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2019-01-31
::Sensationeller Fund: DDR-Plakatentwürfe des 8. Films::
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Thomas Schallnau mit seinem Plakatentwurf

(Foto: Paul Wenzel)

Alles begann mit einer E-Mail unseres Fanclubmitglieds Rainer Rohr. Er hatte bei dem Grafiker Thomas Schallnau drei Plakatentwürfe zum Film "Die Olsenbande sieht rot" entdeckt und fragte wann der Film denn ins Kino kam.

Uns war sofort klar: diese Entwürfe sind eine Sensation, denn der 8. Film lief nie in den Kinos der DDR, stattdessen gab es nur eine TV-Premiere. Dabei gleicht es einem Wunder, dass der Film überhaupt synchronisiert wurde. Das zeigen historische Unterlagen, die aktuell im Filmmuseum Potsdam ausgestellt sind.

Im Juli 1977 wurde der Film im Ministerium für Kultur nach einer Sichtung abgelehnt, da man ihn im Gegensatz zu den vorherigen Filmen für einfallslos, abgegriffen und ohne Tempo empfand. Ein halbes Jahr später im April 1978 entschied Progress Film nach einer erneuten Sichtung den Film ins Programm aufzunehmen. Wenige Tage später stimmte das Ministerium für Kultur dem Antrag zu und gab den Film für Ankauf und Synchronbearbeitung frei.

Das war der Zeitpunkt, an dem Grafiker Thomas Schallnau von Progess Film den Auftrag erhielt, ein Plakat zu entwerfen. Nach einer Vorführung des noch unsynchronisierten Films, machte er sich an die Arbeit und erstellte drei verschiedene Plakatvorschläge für "Die Olsenbande sieht rot". Eine Rückmeldung hat er jedoch nie bekommen und die damals vertraulichen Dokumente zeigen nun auch warum: Im Oktober 1979 wurde die Zulassung des Films durch das Ministerium für Kultur mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Als Begründung wurde angegeben, dass der Partner (vermutlich Nordisk Film selbst) kein Leih-Negativ zur Verfügung stellt, sondern den Kauf eines Negatives fordert.


(Zeichnungen: Thomas Schallnau)

Weitere Dokumente sind leider nicht vorhanden, aber was wir wissen: der Film lief drei Monate später, am 22. Dezember 1979, als Premiere im DDR-Fernsehen. Wie auch immer es zu diesem erneuten Richtungswechsel gekommen ist, auf jeden Fall können wir dafür dankbar sein, dass der Film mit unseren beliebten Sprechern synchronisiert wurde.

Die etwa A4 großen Zeichnungen sind ein Zeugnis dieser wechselvollen Geschichte und nun können wir sie hier erstmals der Öffentlichkeit zeigen. Den ersten Entwurf konnten wir für den Fanclub ankaufen und werden ihn hoffentlich bald in den nächsten Olsenbanden-Ausstellungen zeigen können, die zwei anderen Exemplare befinden sich im Privatbesitz von Rainer Rohr.

Der Grafiker Thomas Schallnau schuf übrigens auch andere bekannte DDR-Filmplakate, wie z.B. "Otto der Film" oder den Louis de Funès Film "Brust oder Keule". Außerdem ist er der Zeichner der bekannten Kinderbuchreihe "Rüssel".





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