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Start Presse Billed-Bladet, Nr. 25/2012 (Poul Bundgaard)


::Billed-Bladet, Nr. 25/2012 (Poul Bundgaard)::
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Deutsche Übersetzung von Steffen Paatz:



(Mit freundlicher Erlaubnis durch Billed-Bladet.)
Poul Bundgaard starb mit Glück im Herzen
Kjeld von der Olsenbande war glücklich, dass er einen letzten Film machen konnte

Von Malan Vincent Joensen

Seine Karriere erstreckte sich vom Handlungsgehilfen bis zur Filmrolle als Kjeld – und die vielen verschiedenen Rollen in Operette, Film und Revue machten Poul Bundgaard zu einem Volkshelden.

Gekleidet in Cordjacke und Gummischuhen, in ewiger Angst davor, dass etwas gefährliches passieren könnte oder dass Yvonne sauer wird – so kennen wir Kjeld Jensen von der Olsenbande. Aber Poul Bundgaard, der Schauspieler hinter Kjeld musste sich, im Gegensatz zum Pantoffelhelden der Bande in Valby, zuhause nie vor Ärger fürchten. Poul war glücklich verheiratet mit seiner Kirsten und über die Liebe für sie und die Familie sprach er gerne und oft.

Gott, ist sie süß. Wenn ich morgens um drei Uhr zum Film muss, dann steht sie um zwei auf, um mir Frühstück zu machen und mich loszuschicken – ich liebe sie. Die Rückendeckung bedeutet alles für mich. Ich könnte es nicht schaffen, wenn ich die Priorität der Karriere vor die Familie setzen würde. Aber so ist es mit allem. Wenn ich Kirsten nicht gehabt hätte, läge ich vermutlich schon auf dem Friedhof. Dabei ist sie es und unsere drei Kinder, die mich aufmuntern, sagte er 1987 in einem Interview mit dem Billed-Bladet. Aber auch wenn Poul enorm glücklich mit Kirsten und der Familie war, so war er es bei weitem nicht überdrüssig, morgens aus der Tür zu gehen, damit die Szenen mit Kjeld in den Kasten kommen.

Poul war immer gleichermaßen begeistert, wenn er einen Olsenbandenfilm machen sollte, berichtet Kirsten heute. Sie wurde diesen März 76 Jahre, aber erinnert sich immer noch deutlich an die Begeisterung ihres Ehemannes für die Arbeit. Sie hatten es wirklich gut zusammen, wenn sie die „Olsenbande“ machten. Er war immer so gut gelaunt, wenn er mit den Aufnahmen dran war. Im Buch „Olsen Banden“ von 1981 (im Artikel steht falscherweise 1980, Anm. Übers.) erzählt Poul Bundgaard über seine Liebe zur Rolle des Kjeld: Ich halte viel von Kjeld. Ich lieb es ihn zu vertreten, den Waschlappen, der er ist und er muss die Standpauken seiner Frau ertragen. Aber trotz seiner Weichlichkeit war ich bestrebt ihn als lebenden und richtigen Menschen zu zeigen. Er ist einer von denen, den man unbemerkt auf der Straße trifft, vielleicht mit einem kleinen lächeln, wenn man ihn angelatscht kommen sieht.

Als Poul Arne Bundgaard jung war, lag es nicht in den Karten, dass es das Schauspiel, der Gesang oder der schlurfende Kjeld sein würde, womit er sein Geld verdienen sollte. Zuerst wurde der junge Poul als Handlungsgehilfe im Brugsen (Supermarktkette, Anm. Übersetzer) in der Viggerslev Allé in Valby ausgebildet und später testete er seine Kräfte mit der Arbeit in der Widerstandsbewegung während des Zweiten Weltkrieges.

Als der Pulverrauch sich gelegt hatte, war es seine Gesangsstimme, die seinen Weg für eine Karriere auf der Bühne bahnte. 1946 wurde er im Chor des Nørrebro Theater angestellt und schon ein Jahr später hatte er sein Debüt als Operettensänger in der Rolle des Dr. Falke in „Flagermusen“ (“Die Fledermaus”) und das öffnete ihm die Tür für eine lange Reihe von Operetten und Musicals. Nach einem Aufenthalt in Rom Ende der 1950er Jahre, wo er Gesangsunterricht erhielt, wurde er im Königlichen Theater als Opernsänger angestellt – und nach ein paar Jahren auch als Schauspieler.

Die, die Poul Bundgaard noch nicht auf der Bühne erlebt hatten, konnten seine Talente 1961 in der TV-Operette „Farinelli“ erleben, wo die flotte Hauptrollen-Leistung den Durchbruch beim Volk „über Nacht“ gelang. Und so ging es weiter mit über 100 Filmen und einem Meer von Revue- und Theatervorstellungen. Jedoch bekam Poul Bundgaard in späteren Jahren mehr auf den Geschmack für die Filmschauspielerei – seine steigende Furcht den Text mitten in einem Theaterstück zu vergessen, veranlasste ihn dankend solche Aufgaben abzulehnen. 1992 wagte er es jedoch noch einmal ein Theaterkostüm anzuziehen. Das galt einer kleinen Rolle als österreichischer Kaiser Franz Joseph auf der Amager-Bühne in „Sommer i Tyrol“.

Poul Bundgaard - Kurzinfos
  • Sohn des Molkereiarbeiters Peter Bundgaard und seiner Frau Ebba. Geboren am 27. Oktober 1922 in Hellerup. Gestorben am 3. Juni 1998.
  • Wurde getauft und beerdigt in der Hellerup Kirche. Sein Grab befindet sich auf dem Mariebjerg Friedhof.
  • Verheiratet mit Bente Kjær (Schwester von Christian Kjær) von 1951-1962. Sie bekamen den Sohn Steen 1957 und die Tochter Helle 1960 und wurden 1962 geschieden.
  • Verlobung mit Kirsten Petersen, Solotänzerin am Königlichen Theater, am 10. Oktober 1962, sie haben am 27. Juli 1968 geheiratet. Sie bekamen 1965 den Sohn Peter. Sie feierten 1987 Silberhochzeit, 25 Jahre nach der Verlobung.

Liebte die Olsenbande
Ich habe nicht gewagt auf die Bühne zu gehen. Das hat mich 12 Jahre geärgert, dass ich nicht mein Selbstbewusstsein gebraucht habe. Diese Rolle hier ist so klein und gleichzeitig wunderbar, das ich ja danke sagen musste, sagte er 1992 zum Billed-Bladet. Es zeigte sich nämlich, als Poul Bundgaard 1981 die Titelrolle in „Dr. Knock“ spielte, da wachte er jeden Morgen mit einem zitternden Bein und schweißgebadet auf, unter anderem vor Schreck, dass er seine Texte am Abend vergessen würde.

“Die Kinder sagten, dass das nicht passieren würde und selbstverständlich hatten sie Recht. Viele nette Theaterdirektoren riefen mich im Laufe der Jahre mit einem Angebot an, aber erst jetzt traute ich mich ja zu sagen”, erzählte er. In der Pause von Theaterrollen spielte er in den 1980ern zum Beispiel in Filmen, wie “Kopenhagen - mitten in der Nacht” („Midt om natten“), “Walter og Carlo – Op på fars hat“ und „Kampen om den røde ko“. Aber die Sehnsucht einen „Olsenbanden“-Film zu machen war nach dem letzten Film 1981 latent vorhanden.

Poul war immer traurig, dass Schluss sein sollte mit der „Olsenbande“. Darum drängte er auch, einen vierzehnten zu machen und er hat sehr oft darüber gesprochen. Er konnte sich gut vorstellen mehr zu machen, weil er so glücklich war mit Morten, Ove, Balling und der ganzen Mannschaft. Und er liebe die „Olsenbande“ – er wollte ganz einfach so gerne weitermachen, berichtet Kirsten Bundgaard.

Ihr Mann sollte bis 1997 warten, als die Pläne für einen neuen Bande-Film endlich Realität wurden. Das war aber nicht die einzige gute Nachricht, die Poul Bundgaard in diesem Jahr erhielt. Er wurde außerdem zum Ehrenkünstler des Jahres von der „Revyernes Revy“ und das brachte Tränen in den Augen des alten Mannes hervor. Ich begann zu heulen, schon als der Vorhang aufging. Es war zu viel, dort zu stehen und alle Erinnerungen zu hören, sagte Poul Bundgaard 1997 zum Billed-Bladet. Er spielte auf die Zusammenstellung von Filmclips und Gesang an, die dem Publikum gezeigt wurden, Minuten bevor er zum Ehrenkünstler des Jahres an der „Revyernes Revy“ gekürt wurde.

Eingeliefert mit schlechten Nieren
- Ehrlich gesagt, das ist eine so große Ehre, dass es mir völlig die Sprache verschlägt. Ich bin ja schon ein alter Junge, aber innendrin bin ich nichts anderes als ein großes Kind. Und je älter man wird, je mehr wertschätzt man so eine vornehme Ehrung. Denke, ich habe die Erlaubnis, das erleben zu dürfen, fügte er hinzu.

Ein Jahr später stirbt Poul Bundgaard. Mitten in den Aufnahmen für den letzten „Olsenbanden“-Film wird er mit Nierenproblemen ins Krankenhaus eingeliefert, und am 3. Juni ist er gestorben. Vorher gab es viele schöne Tage mit den Aufnahmen für den neuen Film, aber Pouls Gesundheit kränkelte und deshalb war Kirsten der Teil, der ihn während seiner Arbeit stützte.

“Aber ich fuhr nicht mit Essen für Poul raus während der Aufnahmen für den letzten Film, wie sie es sonst sagen”, berichtet Kirsten und fügt hinzu, dass das Essen, was sie bekamen, sehr lecker war.
“Ich fuhr heraus, wenn Pause war, denn Poul ging es nicht so gut. So war ich glücklich, dass ich mit essen konnte, wenn sie Frokost (Mittag) - (Frokost, kaltes Mittag mit z.B. Smørrebrød, die Dänen essen abends warm, Anm. Übersetzer) gemacht haben.”

Kirsten erzählt, dass Poul trotz seines schlechten Gesundheitszustandes richtig froh war, mit dem neuen Bandenfilm beschäftigt zu sein. Man kann schon sagen, dass er glücklich starb, weil er im letzten Film mit dabei sein durfte. Man muss versuchen das positiv zu sehen, selbst wenn es schwer ist. Neulich war es 14 Jahre her, dass er starb und ich kann nicht verstehen, wie die Zeit so schnell vergehen konnte. Aber so ist es leider, sagt Kirsten, so geht sie jeden Sonntag auf den Friedhof. Damit geht es mir gut. Manchmal schimpfe ich mit ihm und sage, dass er viel länger hätte bei mir bleiben können.

Pouls Gesundheit schwächelte
Im April 1988 bekamen Poul Bundgaard und seine Familie einen ordentlichen Schreck, da musste er plötzlich mit mehreren Blutpfropfen ins Gentofte Krankenhaus eingeliefert werden – einem im Bein und zweien in der Lunge. Der 65-jährige Schauspieler benutzte das Krankenlager, um an seinen Erinnerungen weiter zu schreiben und einen Auszug von seinem Aufenthalt im Krankenhaus wurde im Billed-Bladet abgedruckt:

„Es viel mir sehr schwer: Ich musste Kirsten küssen und auf Wiedersehen sagen. Ich hatte mehr Schmerzen wegen ihr, als wegen mir selbst, weil mir klar war, dass sie es nun schwer haben würde. Wenn man sich so sehr liebt, wie wir beide, weiß ich, was es kostet den einen im Krankenhaus zurückzulassen und nach Hause zu gehen“.

Poul Bundgaard war fünf Tage im Krankenhaus und war glücklich wieder nach Hause zu kommen: “Das schlimmste war auf Kirsten zu verzichten. Wir sind ja immer zusammen, auch wenn wir zum Kaufmann gehen. Aber nun bin ich zu Hause und das ist gut”, erzählte er dem Billed-Bladet nach der Entlassung.

Wusstest du, dass...
  • ...das Billed-Bladet und Poul Bundgaard 1980 einen Wettbewerb hatten, wo Poul Bundgaard eine Schlankheitskur machen sollte und die Leser konnten raten, wie viel der Sänger abnimmt. Poul Bundgaard nahm knapp 4,5 Kilogramm in fünf Wochen ab.
  • ...Poul und Kirsten 1988 mit ca. 150.000 Kronen (etwa 20.100 Euro, Anm. Übersetzer) von der Rennbahn nach Hause kamen, nachdem ihr Pferd She’s A Beauty ein Rennen gewann. Das Pferd war ein Geschenk der Kinder zur Silberhochzeit ein Jahr davor.
  • ...Kim Larsen „Om lidt bliver her stille“ zu Poul Bundgaards Beerdigung spielte. Die beiden lernten sich 1984 bei den Aufnahmen zu “Kopenhagen - mitten in der Nacht” kennen, wo Poul Bundgaard den Bürgermeister Kai Buhmann spielte.

Rate und gewinne mit der Olsenbande
Im Wettbewerb dieser Woche verlosen wir eine Flasche Chivas Regal, die es kostete, wenn man sich während der Aufnahmen zu den Olsenbandenfilmen in Ballings Stuhl setzte. Man kann raten, aus welchem Film dieses Bild stammt. Morten „Benny“ Grunwald hilft ein wenig: „So nun ist gut Benny“, donnerte Egon, als Benny seine Freude über einen gute gelungenen Coup mit ein wenig Dosenlachen zeigt. Die Lachmaschine spielt eine Rolle in dem Film:

A – Die Olsenbande fliegt über alle Berge
B – Die Olsenbande und ihr großer Coup
C – Die Olsenbande stellt die Weichen

Bildunterschriften

S. 38, Bild oben links:
Der hilfsbereite Kjeld war immer bereit für die Bande zu kämpfen, wenn es nicht zu gefährlich ist. Er hat seiner Furcht getrotzt und sich dem Dummen Schwein (gespielt von Ove Verner Hansen) widersetzt.

S. 38, Bild oben rechts:
In „Die Olsenbande steigt aufs Dach“ glaubt Egon, dass er die Rolle mit den geheimen Plänen hat, die kann Millionen wert sein. Aber leider wurde sie verwechselt, so sind es Kjeld und Yvonnes Ferienbilder, die vorgeführt werden. Zu Egons großer Verbitterung.

S. 39, großes Bild:
“Wenn man älter wird gibt es eine Zeit, in der man sich in höherem Grade über kleine Dinge freut, weil einem das Leben lehrt, dass nichts selbstverständlich ist”, schreibt Poul Bundgaard unter anderem in „Livet er skønt“ (“Das Leben ist schön”, nur auf Dänisch erschienen, Anm. Übers.) von 1988. Hier ist er 1997 fotografiert, ein Jahr vor seinem Tod.

S. 40, Bild oben links:
Das legendäre Trio beim letzten Film. Poul Bundgaard starb bevor er fertig war und wurde durch Tommy Kenter ersetzt.

S. 40, Bild oben rechts:
Eines der letzten Bilder von Poul Bundgaard stammt vom Tivoli, wo er von Prinz Joachim begrüßt wurde. Der Rundfunkjournalist Lars E. Christiansen steht an seiner Seite.

S. 40, Bild in der Mitte links:
Für Poul Bundgaard bedeutete die Familie alles. Hier sehen wir ihn mit seiner Tochter Helle, seiner Ehefrau Kirsten und dem Sohn Steen.

S. 41, großes Bild oben:
Im Juli 1976 besuchte das Billed-Bladet Poul und Kirsten zu Hause an ihrem Swimmingpool und fragte Poul, ob er ein guter Schwimmer war. “Praktisch bin ich eine kleine Wasserrate, aber die Kondition ist nicht die Beste. Ich bin nicht so gut auf langen Strecken. Aber zu Hause im Pool ist das kein Problem, da kann ich immer am Rand bleiben”, antwortete er und fügte hinzu, dass sein Lieblingsbadestrand an der italienischen Küste ist.





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