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::Karl Heinz Oppel::
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Persönliches Interview vom 22. Oktober 2003 in Berlin

Angaben zur Person: Schauspieler, Kabarettist, Regisseur, Autor und Musiker; am 16. Dezember 1924 in Dresden geboren; Synchronsprecher von Egon Olsen in Film 3-14 und Sprecher von Mortensen in Film 1-2


Audiomitschnitt des Interviews:


(Dies war unser allererstes Toninterview mit einem frisch gekauften MD-Recorder. Wir bitten die Qualität zu entschuldigen, denn leider haben sich die Schreibgeräusche direkt auf das Mikro übertragen. Vielen Dank an Christian Weber, der einen Großteil herausfiltern konnte.)
MP3-Download (32 MB)

Fanclub: Herr Oppel, wir haben gelesen, dass sie in Dresden geboren wurden. Fühlen sie noch heute Verbindung zu ihrer alten Heimatstadt?

Karl Heinz Oppel: Ja, ja das muss ich sagen. Ich habe immer die Verbindung gefühlt. Also, ich fand mich hier in Berlin, wo ich ja nun schon den aller größten Teil meines Lebens wohne, also nie so recht heimisch, wie in meiner Heimatstadt Dresden.
Das hängt mit vielen Dingen zusammen. Das hängt mit der Stadt zusammen. Das hängt mit der Kultur zusammen. Das hängt mit der Landschaft zusammen, aber das hängt auch mit den Menschen zusammen. Ich sag das jetzt mal, also denn ich finde beispielsweise finde ich den Berliner Dialekt finde ich einfach gräßlich. Aber bitte nicht weitersagen, das soll unter uns bleiben... Nun muß man sagen, dass unser Dresden, "das war so säggsch, alles glar, noor?" Und das hat für mich etwas anderes, etwas freundlicheres, was liebenswerteres und für mich haben, aber das auch nicht weitersagen, auch die Menschen in meiner Heimatstadt Dresden einfach einen anderen, so finde, ich Charakter. Die sind liebenswert und die sind nicht so ruppig, wie hier in Berlin...


Karl Heinz Oppel

(Unschärfe aus rechtlichen
Gründen; Foto: Fanclub)
Fanclub: Ihre Familie ist ja eng mit der Olsenbande verbunden. Ihr Sohn synchronisierte mehrmals die Stimme des Børge. Ihre Frau schrieb ein deutsches Dialogbuch und beteiligte sich auch an zwei weiteren Dialogbüchern und synchronisierte eine Minirolle in einem Film. Wie kamen sie selbst zur Möglichkeit in den Olsenbandenfilmen als Synchronsprecher aufzutreten und wie kamen sie dann zu der Egon-Synchronstimme?

K.H. Oppel: Also man muss wissen, dass die Olsenbande, so schön sie für uns alle war, die wir daran beteiligt waren, natürlich nicht das einzige Betätigungsfeld war. Wir haben bei der Synchronisation eines Filmes ungefähr für Sprachaufnahmen eine Woche zur Verfügung gehabt... Fast alle, die da mitgewirkt haben waren am Theater, hatten da zu tun und das war ihr Hauptgebiet. Und die Synchronisation das war also eine Nebenbeschäftigung, die wir alle gern gemacht haben, die Olsenbande insbesondere gerne.
Ja wie ich dazu kam, das ist mehr oder weniger Zufall, anders kann man das nicht nennen... Was die angesprochenen Familienmitglieder anbelangt, das war reiner Zufall. Da hat man gesagt, du hast da einen Sohn. Könnten wir den mal dafür ausprobieren, der vorher so was auch schon mal gemacht hatte. Und dann hat das eben geklappt und was die Frau, die sich mit Texten beschäftigte anbelangt hatte, so bekam sie eben auch einmal eine Folge der Olsenbande zur deutschen Bearbeitung.

Fanclub: Wie finden sie die Idee der Olsenbandenfilme?

K.H. Oppel: Na, die Idee finde ich natürlich ganz köstlich. Und das ist etwas, was bei Serien, wie die Olsenbande, eben so reizvoll ist, dass die Figuren erhalten bleiben, dass die Charaktere erhalten bleiben bei der Olsenbande und ganz besonders auch, dass die Verhaltensweisen oder dass der jeweiligen Personen so sind wie sie in den vergangenen Filmen auch waren und dass die Dramaturgie eben die gleiche ist. Man wartet ja mittlerweile schon darauf in jedem Film, dass das geschieht, was man weiß: dass der Egon nun ausrastet, dass die Yvonne keift und ihren Mann beschimpft, den Egon ganz besonders und das sich diese Dinge wiederholen, die also die ganze Sache, in Klammer halten, rein oder raus aus dem Knast und rein wieder in den Knast... daher muß ich sagen, also die Idee so etwas, so einen Film, es gab ja zu Anfang nur den einen Film, der ja den schlichten Titel "Die Olsenbande" hatte, so etwas fortzusetzen und zu so einem Kultereignis zu machen, wie es nun einmal in Dänemark, aber auch insbesondere bei uns damals in der DDR gewesen ist.


Karl Heinz Oppel im Interview
(Foto: Fanclub)

Fanclub: Welcher Olsenbandenfilm gefällt ihnen am meisten?

K.H. Oppel: Ja, da gibt es allerdings mehrere. Also ich habe eine besondere Affinität zu dem Film "Die Olsenbande in Jütland", da ist einiges zusammen gekommen an Komik, an Spannung auch und an Aufmerksamkeit, die der Zuschauer aufbrachte, um das zu genießen. Also das ist einer, ganz sicher nicht der beste, aber einer der Filme, die mich am meisten begeistert hatten.

Fanclub: Gab es lustige oder weniger lustige Erlebnisse während der Synchronisationsarbeiten?

K.H. Oppel: ...da kann ich nur sagen, bei der Arbeit kann ich mich daran nicht erinnern. Die Vorführung, die jedem der Mitwirkenden, die größere Rollen hatten, vorher gezeigt wurde, also der Film im Original war eigentlich der Punkt, wo wir am Befreitesten waren und lachen konnten, uns amüsieren konnten. Nachher, wie gesagt, bei der Arbeit musste das in Hintergrund treten zu Gunsten einer effektvollen Synchronisation. Gelacht haben wir viel.

Fanclub: Wann haben sie eigentlich Ove Sprogøe das erste Mal getroffen, persönlich kennen gelernt?

K.H. Oppel: Da waren wir drei, das ist also Synchronsprecher von Egon und Kjeld und von dem Benny, bei einer Veranstaltung damals vom DDR-Fernsehen "Nacht der Prominenten", das fand statt im Winterquartier des Staatszirkus glaube ich... und in einer dieser Veranstaltungen "Nacht der Prominenten" trat die Olsenbande, diesmal also die richtig originale Olsenbande auf mit den drei Männern Egon, Kjeld und Benny. Und da hatte man sich ausgedacht, wie es denn wäre, wenn die Synchronsprecher, also die deutschen... Stimmen mit dabei wären und wir kannten uns alle nicht und die kamen und wir drei Synchronsprecher, das war der Peter Dommisch, verstorben, Erhard Köster und ich war es selber, wir wurden dort hinbestellt, um ein kennen lernen gegenseitig zu ermöglichen und da habe ich eben den Ove Sprogøe, Schauspieler von Egon Olsen erstmals kennen gelernt. Und es war eine sehr aufgeschlossene Begegnung, auch mit den anderen, die übrigens alle drei die deutsche Sprache erstaunlich gut beherrschten.


Karl Heinz Oppel, beim Durchsehen des Dialogbuches für die geplante Fan - DVD

(Foto: Fanclub)
Fanclub: Wir werden immer wieder gefragt, warum gerade in Ostdeutschland die Olsenbande so populär war und auch immer noch ist. Wir möchten auch gern die Frage an Sie einmal weitergeben.

K.H. Oppel: Ja. Das ist eine Frage, die mir schon oft gestellt worden ist und ich muß wirklich sagen, so richtig zufrieden stellend ist sie weder von mir, noch von anderen beantwortet worden ... das ist irgendwie ein Phänomen, das just am Ende dieser Film oder diese Filmserie einen solch durchschlagenden Erfolg haben konnte, nun da habe ich schon gesagt Filmserie: ich glaube, dass es damit auch zusammenhängt, denn damals in der DDR gab es so etwas oder ähnliches in dieser Form überhaupt nicht...
... es war eine tolle saubere Arbeit, es war eine einfallsreiche Arbeit, die dort gezeigt worden ist. Die Schauspieler waren, passten, also auf die Figur, wie die Faust aufs Auge und es ist im künstlerischen Anspruch, so muss man schon sagen... einzigartig und diesen Zuspruch, den gab es auch im Lande selbst, in Dänemark. Als der letzte Film, der ja viele viele Jahre nach dem vorletzten noch einmal gestartet worden ist, als dieser Film gezeigt wurde hatte er mehr Zuschauer, wie ich erfahren habe, als Titanic, als der Film , der ja nun wirklich eine ganze Menge bei uns hergemacht hat. Also die Olsenbande, das muss etwas gewesen sein, sonst hätte es diesen Anklang nicht gefunden. Das muss eine perfekte Arbeit gewesen sein. Das müssen Schauspieler gewesen sein, die liebevoll die Zuschauer gewinnen konnten und so ist es ja dann auch gewesen.

Fanclub: Was möchten sie den Olsenbandenfans mit auf den Weg geben?

K.H. Oppel: Darüber muss ich erst ein bisschen nachdenken, wie sie merken. Ich würde ihnen, also was den Filmbesuch anbelangt, würde ich ihnen empfehlen sich weiterhin Filme auszusuchen, die einen solchen Anspruch eben erheben, wie das die Olsenbandenfilme getan haben. Dass ist das, was ich den sagen würde. Aber ich glaube das trifft auf fruchtbaren Boden. Ich glaube das tun die Leute ohnehin, die, die sich die Olsenbandenfilme angesehen haben, sich auch Filme in ähnlicher Qualität anschauen. Ja was soll ich ihnen mit auf den Weg geben? Ich wünsche ihnen privat alles Gute und vielleicht hören wir uns einmal wieder.

Fanclub: Damit möchten wir uns herzlich für das Interview bedanken.


(gekürzte Fassung, Bearbeitung: Paul und Steffen)


Hinweis: Das Projekt zur "Olsenbande - Fan DVD" musste leider im März 2004 aus rechtlichen Gründen geschlossen werden.





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