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2013-06-23
::Neues Interview mit Morten Grunwald::
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Morten Grunwald, Leipzig 2012

(Foto: Paul Wenzel)

Morten Grunwald, der Darsteller von Benny, hat sich im April diesen Jahres den Fragen seiner Fans gestellt. Das meiste dürfte zwar bekannt sein, es gibt aber durchaus noch Neues zu erfahren.

Neben interessanten Anekdoten von den Dreharbeiten bestätigt Morten erstmals offiziell, dass er an einem neuen Buch arbeitet. Es soll sich hauptsächlich um die Olsenbande drehen, reich bebildert sein und sowohl in Dänemark als auch in Deutschland erscheinen.

Geführt und ausführlich kommentiert wurde das Interview von Rune Holm Clausen. Rune verfolgt im Augenblick ein sehr ehrgeiziges Projekt, denn er möchte in Dänemark einen Olsenbandenfanclub etablieren und das ist längst überfällig wie wir finden. An dieser Stelle nochmals vielen Dank, dass wir das Interview auch den deutschen Fans zugänglich machen können. Wir freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit mit dem dänischen Fanclub und hoffen bald von mehr berichten zu können.



Deutsche Übersetzung von Peter Männig:

Interview mit Morten Grunwald
8. April 2013, Skodsborg Hotel & Spa
von Rune Holm Clausen


In den letzten Minuten vor dem Interview schwirren unzählige Fragen und Gedanken durch meinen Kopf. Immer wieder gehe ich die vorbereiteten Fragen durch und die Art und Weise, wie ich sie ihm stellen will. Ob ausreichend Zeit bleibt? Was ist, wenn wir nicht alle Fragen schaffen? Was ist, wenn ich mich nicht klar genug ausdrücke? Ich habe keine journalistische Ausbildung, ich habe praktisch noch nie einen Menschen interviewt, und in wenigen Minuten tritt einer der größten Schauspieler Dänemarks zur Tür herein. Die allmählich ziemlich verschwitzten Handflächen werden an der Hose getrocknet, während ich versuche, Ruhe in meine Gedanken und in meinen ziemlich nervösen Magen zu bekommen. Es ist beinahe eine dreiviertel Stunde her, dass ich hier eintraf, denn ich wollte um nichts auf der Welt zu spät kommen. Panisch rannte ich in Nørreport hin zum Zug, als dieser gerade auf dem Bahnsteig einfuhr, dabei hatte ich extra einen Zug zwei Abfahrten früher gewählt als notwendig und wäre so oder so pünktlich gewesen. Dafür habe ich jetzt richtig viel Zeit, um noch nervöser zu werden.

Plötzlich ist er da und steht vor mir. Alle Gedanken in meinem Kopf werden auf hundertfache Weise ersetzt durch Repliken, Filmausschnitte und unvergessliche Szenen, während ich mich lächelnd auf ihn zu bewege. Mit „Guten Tag, Herr Grunwald, und herzlich willkommen. Mein Name ist Rune“, kriege ich mich vorgestellt, während ich, gegen alle Fasern meines Körpers kämpfend, versuche, ganz gefasst und gelassen zu wirken. Es ist doch bloß Benny. „Guten Tag, Rune“, antwortet er mit einem warmherzigen Lächeln und reicht mir die Hand. Und schon ist meine ganze Nervosität verschwunden. Und auf einmal begegne ich dem Schauspieler hinter Benny, dem Menschen, der ihn Film für Film mit Leben erfüllte. Meine Freude und mein Vergnügen sind so groß, dass ich bei mir denke, ob er selbst überhaupt ahnt, wie unbeschreiblich dieser Augenblick hier für mich ist. Aber von alle dem sage ich nichts.

Wir setzen uns in das unglaublich schicke Café im Hotel Skodsborg und bestellen einen Kaffee und ein Mineralwasser, während ich mein Aufnahmegerät hervorhole und versuche, an die vielen Fragen zu denken, die ich auf dem Herzen habe. Nicht nur Fragen von mir selbst, sondern auch von den vielen Fans in der Olsenbanden‐Facebook‐Gruppe. Zur Sicherheit hole ich noch meine Mappe mit den Fragen hervor und lege sie auf den Tisch. Die Nervosität kehrt zurück. Hätte ich es lieber lassen sollen? Wirke ich etwa unvorbereitet? Wird er meine Nervosität und mein Bemühen um Professionalität verstehen?

Ich beschließe, mich nicht länger verrückt zu machen und danke ihm vielmals für sein Entgegenkommen bezüglich dieses Interviews. Dann erzähle ich ihm von den vielen Fragen, die die Fans an ihn haben. Er wirkt überrascht, obwohl ich den Eindruck habe, dass ihm völlig klar ist, dass ein Interview dieser Art ungeheuer viele Fragen von den zahlreichen Fans mit sich bringt.

„Stell mir die Fragen ruhig“, sagt er, und ich spüre, wie sich Ruhe über mich senkt. Jetzt sind wir in Gang gekommen. Jetzt machst du das ordentlich, Rune, denke ich, und halte kurz inne, bevor ich fortfahre: „Wenn man dasitzt und Olsenbandenfilme sieht, kommt es ziemlich oft vor, dass Sie, sehr zu Egons Gereiztheit, einen Lachanfall bekommen, oft genau dann, wenn es ausgesprochen ernst ist.

Passierte das auch in Wirklichkeit während der Dreharbeiten? Konnten Sie einen derartigen Lachanfall bekommen, dass Sie nicht wieder zu stoppen waren?“

„Nein, das würde ich nicht sagen“, antwortet Morten Grunwald nachdenklich. „Wir hatten ein ausgesprochen professionelles Verhältnis zur Arbeit, weil man das bei Erik Balling einfach hatte. Es wurde nicht rumgealbert am Set, aber wir hatten alle denselben Humor, der uns inspiriert hat. Ich erinnere mich an nicht einen einzigen Drehtag, an dem wir nicht gelacht und uns amüsiert hätten. Es lief alles professionell. Man kam und beherrschte seine Sache. Waren wir aber nicht gut drauf, so war es das Publikum auch nicht. Am Theater haben wir einen Begriff dafür, der heißt ‚lucky production‘. Wenn die richtige Crew um einen guten Text und einen guten Regisseur versammelt ist, dann flutscht das wie ein warmes Messer in ein Stück Butter. Und so war das praktisch bei der Olsenbande.“

Ich verstehe voll und ganz, was Morten Grunwald meint, wenn ich an all die anderen Balling‐Filme denke wie „Martha“, „Oh, diese Mieter“ und nicht zuletzt „Matador“, um nur einige zu nennen. Da gab es keine Figur, die nicht gepasst hätte. Das war das fantastische Universum von Balling & Bahs, zu dem auch die Schauspieler und die Crew gehörten, und das merkt man Morten Grunwald an, wenn er von den Dreharbeiten spricht. Es reizt mich, Morten Grunwald zu fragen, ob er unter all diesen herausragenden Filmen einen persönlichen Favoriten hat.

„Nein, das kann man nicht sagen. Das ist eine Frage, die ich sehr oft gestellt bekommen habe, und ich pflege darauf zu antworten, dass ich drei Kinder, vier Enkelkinder und einen Urenkel habe, und ich liebe sie alle gleichermaßen! Natürlich gibt es Unterschiede, denn als wir den ersten Film machten, ahnten wir ja nicht, dass es 14 Filme werden würden. Es lief immer gleich bei Nordisk Film, ganz egal, ob es der letzte oder der erste Film war: Waren Balling & Bahs nach Paris gereist, wenn der Februar nahte, so wussten wir, dass es im Sommer wieder einen Film geben würde. Und so kaute Bo Christensen draußen bei Nordisk Film auf den Nägeln“, fährt Morten Grunwald schmunzelnd fort, „und war gespannt, ob etwas aus Paris kommen würde. Und es kam etwas. Jedes Jahr in 14 Jahren. Balling war unheimlich produktiv. In seinem letzten Jahr als Regisseur stellte er Matador und die Olsenbande fertig. Danach machte er nur noch einen einzigen Film, einen mit Kim Larsen, und das war ‚Midt om natten‘. Das war sein letzter Film. Beim allerletzten Film 1998 hat er am Manuskript mitgearbeitet, als Regisseur aber hatte er sich zurückgezogen. Seit wir 1980 aufhörten fragte Poul Bundgaard immer wieder, warum wir keinen neuen Olsenbandenfilm machen, und ich sagte ständig zu ihm, dass wir keinen neuen Olsenbandenfilm machen können, wenn Balling nicht mitmacht. Wir können das nicht mit einem anderen machen. Aber wir taten es schließlich doch, und zwar mit Tom Hedegaard, der ja Assistent bei Balling gewesen ist und das Balling‐Universum kannte. Und damit konnten wir gut leben. Aber das nahm einen sehr dramatischen Verlauf.“

Ich bemerke eine gewisse Ernstheit in Morten Grunwalds Stimme und überlege, ob ich ihn weiter zu den tragischen Umständen befragen soll, die die Aufnahmen zum letzten Film begleiteten, Umstände, die wir alle nur zu gut kennen: Poul Bundgaards plötzlicher Tod, die Probleme und Diskussionen darüber, ob die Dreharbeiten fortgesetzt werden sollen, der plötzliche und unerwartete Tod von Regisseur Tom Hedegaard im Alter von nur 56 Jahren und viele andere. Noch bevor ich mich zu einer Entscheidung durchringen kann, fährt Morten Grunwald glücklicherweise fort: „Die Rollenbesetzung war eines von Ballings großen Talenten. Er fügte die Mannschaft zusammen wie ein großer Komponist. Es war eine Freude, ja ein Privileg, mit ihm zusammenzuarbeiten. Das war, als käme man in die Nationalmannschaft. Das technische Personal rund um Balling war absolutes A‐Team, und das waren die Schauspieler auch.“

Wir stoßen zwischendurch kurz mit Kaffee und Cola an, während ich einen diskreten Blick auf meine lange Fragenliste werfe, um die richtige Reihenfolge im Auge zu behalten. Ich beschließe, zügig weiterzumachen, um so viele Fragen wie möglich stellen zu können: „Waren Sie es eigentlich selbst, der stets das Auto fuhr, das am Gefängnis in Vridsløse dröhnend um die Ecke kam und stets im letzten Augenblick eintraf, um Egon abzuholen, oder war das ein Double?“ Eigentlich habe ich erwartet, er würde antworten, dass es ein Double war, wovon andere Schauspieler ja so oft Gebrauch machen, aber ich wurde von der Antwort positiv überrascht.

„Nein, ich fuhr meist selbst. Ich fuhr sowohl Kräne und Lastautos als auch einen Bus, und ich habe auf der Knippelsbro‐Brücke mit dem Bus gewendet, das war ich selbst, der damals fuhr.“ Ich bin fasziniert von Morten Grunwalds entspannter und natürlicher Reaktion, so als wäre es die natürlichste Sache der Welt, alle diese Fahrzeuge zu fahren. Vor meinem geistigen Auge tauchen Bilder auf von quietschenden Reifen und vom alten, heruntergekommenen Bel Air, der durch die Stadt dröhnt, und plötzlich sehe ich Morten Grunwald vor mir hinter dem Lenkrad in all diesen Szenen.

„Ich bin stets gern Auto gefahren“, setzt er fort, „und so waren die Fahrszenen eine Art besonderer Gag im Film. Es gab ja einige Verfolgungsjagden, mit Sven Engstrøm und einigen anderen Fahrern, die am Steuer saßen. Die waren auch bei den ‚Frede‘‐Filmen mit dabei, wo wir etliche super Verfolgungsjagden hatten in einer Sandgrube bei Roskilde.“

Ich sitze da und freue mich bei dem Gedanken daran, dass dieser gepflegte ältere Herr, der hier an meiner Seite sitzt, einst so draufgängerisch Auto fuhr, wie es dem Charakter seiner Filmfigur entsprach, und langsam beginne ich „Benny“ neben mir zu spüren. Das ist ein fantastisches Gefühl.

„In einigen Filmen wirken die Schauspieler der norwegischen Olsenbande mit, unter anderem als volltrunkene, singende Touristen auf dem Kongens Nytorv in Kopenhagen und einer als betrunkener Norweger auf dem Kopenhagener Flughafen … Haben Sie auf gleiche Weise, nur in umgekehrter Richtung, auch in den norwegischen Filmen mitgewirkt, etwa als dänische Touristen?“

„Nein, ich habe die Norweger so gut wie nie getroffen.“ Ich bin verblüfft, da ich glaubte, man kenne sich. So überrascht mich die Antwort etwas. „Die einzigen, die ich getroffen habe, sind die ostdeutschen Schauspieler, die unsere Rollen synchronisiert haben. Mit ihnen hatten wir mal zu tun, und wir waren mal unten und haben sie besucht und sind zusammen mit ihnen aufgetreten … Sicher, ich habe den Norwegern natürlich Hallo gesagt, als wir die Szene mit ihnen auf dem Kongens Nytorv hatten, aber sie waren eben nur einer der Gags, die Balling & Bahs in die Geschichte eingebaut hatten. Ich habe keinen der norwegischen Olsenbandenfilme gesehen, aber ich kenne die schwedischen ein bisschen. Für uns gibt es nur eine Olsenbande. Und der Animationsfilm war ja etwas sonderbar.“ Ich merke, dass Morten Grunwald nicht besonders froh ist über die Zeichentrickversion der Olsenbande, aber da gibt es ja auch sonst nicht gerade viele, die das sind. Jedenfalls nicht unter den echten Fans. Ich denke jedoch, dass der Film recht unterhaltsam ist, wenn man ihn, vom Thema Olsenbande losgelöst, als normalen Zeichentrickfilm betrachtet. Das Problem besteht meiner Meinung nach darin, dass man versucht hat, die Olsenbande zu kopieren, in Anlehnung an die alten Filme etwas Neues zu schaffen, und ist gescheitert. Das hätte man ganz anders machen können, wenn man den alten Filmen treu geblieben wäre. Man darf also gespannt sein auf den nächsten Olsenbanden‐Animationsfilm, der Ende des Jahres herauskommt.

„In den Filmen gab es viel von Ballings & Bahs‘ Humor und politischer Satire“, fährt Morten Grunwald fort, „zum Beispiel die ganzen Sachen mit der EU und mit dem Butterberg, der in der Sonne steht und schmilzt usw. Davon waren alle ihre Plots gekennzeichnet. Es gab einen sehr persönlichen und stimulierenden Humor in der Olsenbande und große Menschlichkeit. Die Filme waren ja keine Spinnerei, sie waren Kunst. Sie waren Musik, die Balling schuf. Er komponierte seine Filme auf der Schreibmaschine. Er war kein geschwätziger, schillernder Regisseur, sondern eher ein stiller, humorvoller Handwerksmeister. Man sah es ihm an, wenn es ihm gut ging!“

„Damals war das ja noch Analogfilm, und jedes Mal, wenn eine Szene wiederholt werden musste, kostete das Filmmaterial. Heutzutage kostet das ja nichts mehr, da wiederholen die jungen Regisseure eine Szene fünfzig Mal, bis man fast wahnsinnig wird. Wir dagegen waren Weltmeister im „first take“[1], und so verschwendeten wir kein Filmmaterial, und wir sahen es ihm sofort an, ob eine Szene beim ersten Mal geklappt hatte. War die Szene im Kasten, würde er niemals einen zweiten Durchlauf drehen. Heutzutage findet man keinen Regisseur, der nicht mindestens zehn Durchläufe macht, nur um damit im Schneideraum zu sitzen und herumzuspielen, denn jede Aufnahme ist anders, man kann nicht zwei identische Durchläufe drehen, denn es sind ja lebendige Menschen! Das Beste am Zeichentrickfilm waren die Stimmen, besonders Pouls und meine Stimme. Meine war Nicolaj Kopernikus. Und Yvonnes Stimme, die war richtig genial. Das war Kjeld Heicks Tochter[2]. Die war die beste. Die Story war fürchterlich, finde ich. Die hätte viel besser sein können. Ich habe ihnen auch gesagt: ‚Ihr müsst eine bessere Story schreiben‘. Aber das sind nun mal die neuen, jungen Regisseure, Balling ist weg … Aber vorbei ist vorbei“, spricht Morten Grunwald mit einem Schmunzeln auf den Lippen und mit einem Lachen im Gesicht.

„Wie viele Szenen haben Sie an einem durchschnittlichen Olsenbanden‐Drehtag zu filmen geschafft? Es geht ja das Gerücht, dass Sie Meister darin waren, mehr Aufnahmen als normal zu schaffen.“ „Darüber habe ich noch nie nachgedacht, aber wir haben viel geschafft, doch, das haben wir. Ich glaube, wir haben einen Olsenbandenfilm in 6‐7 Wochen abgedreht, wohingegen ein normaler Spielfilm gut und gerne 10 Wochen dauern kann. Das hing vor allem damit zusammen, dass wir alle Balling gut kannten, als wir mit den Olsenbandenfilmen begannen. Ove kannte ihn am längsten, Poul und ich hatten bereits 4‐5 Filme gemacht mit ihm, die ‚Frede‘‐Filme, ‚Martha‘ und ‚Landsmandsliv‘. Wir waren also Spieler aus seiner Mannschaft.“

„Ich würde sagen, nach Film Nummer 1, der noch etwas suchend und tastend war, waren Nummer 2 und 3 genauso gut wie die übrigen. Film 3, das war in Jütland, das war so genial, man hatte so eine geniale Location gefunden mit den alten Nazibunkern, dazu Karl Stegger und Preben Kaas. Und obendrein ein fantastisches Milieu. Peter Steen als verrückter Offizier der dänischen Armee, und ein Säufer war er auch. Ich hatte es auf Jütland so gut wie ein Fisch im Wasser. Theater zu spielen kann auf seine Weise strapaziös, ja schon fast schmerzhaft sein, da braucht man eine ganz andere Konzentration. Man tritt auf die Bühne und muss eine oder sogar eineinhalb Stunden agieren. Beim Film dauern meine Einsätze zwischen 30 Sekunden und maximal vier Minuten. Ove hatte ja einige schwierige Einstellungen, solche mit langen Wutausbrüchen, und die sollten auch jedes Mal perfekt in den Kasten, genauso wie Kirsten Walther. Sie war herrlich. Sie war Weltmeister darin, lange Gardinenpredigten und Monologe zu halten …“

„Das eine kann ich dir sagen, Kjeld“, witzelt Morten Grunwald und gestikuliert wild wie einst Yvonne.

„Es kam vor, dass sie plötzlich innehielt und sagte: Oh Gott, Balling, jetzt habe ich es verkehrt gesagt. Nein, erwiderte Balling, das war genial. So mussten wir die Aufnahme noch einmal machen. Und Poul Bundgaard witzelte dann: Die Olsenbande, eingesprochen von Kirsten Walther“, erzählt Morten Grunwald, und wir brechen beide in Lachen aus. „Poul war sehr scharfzüngig, aber wir hatten eine schöne Zeit.“

Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, so dicht neben einem Schauspieler vom Format Morten Grunwalds zu sitzen, nach all der Nervosität in den Tagen vor diesem Interview, und nun sitzen wir hier und haben es gemütlich und schmunzeln zusammen über den herrlichen Rückblick auf seine Zeit mit der Olsenbande, kaum eine halbe Stunde nachdem wir uns zum ersten Mal getroffen haben. Und es fühlt sich an, als säße ich hier mit Freunden. Dabei sitze ich hier mit „Benny“ und höre die Anekdoten direkt von dem Mann, der das ganze selbst gespielt hat. Das ist fantastisch.

„Sie haben nach dem 13. Film aufgehört. Wer war die treibende Kraft hinter Film 14?“ Morten Grunwald zögert ein bisschen, und es ist offensichtlich, dass er gründlich über die Antwort nachdenkt. „Poul fragte 1982‐1983‐1984 immer wieder, warum wir keinen neuen Olsenbandenfilm drehen. Und 1994 kamen wir noch einmal zusammen, um einen Reklamefilm für die Energiebehörde zu drehen, da ging es um einen Niedrigenergiekühlschrank. Da war Kirsten schon tot, und Poul war verwitwet. Da bekam Poul also einen Niedrigenergiekühlschrank hingestellt und war sehr nervös, ob er ihn wohl zum Laufen bekommt, und Egon sollte ihm zeigen, wie es geht. Und Benny war einfach nur froh darüber, dass er ein paar kühle Blonde bekam“, spricht Morten Grunwald mit einem Lächeln auf den Lippen.

„Wir bekamen fünf Tage dafür, diesen Film zu drehen, und nach zwei Tagen, da waren wir fertig. Das spielte sich in Kjelds alter Wohnung ab, und es war 13‐14 Jahre her, das wir zusammen Olsenbandenfilme gemacht hatten. So saßen wir da und sagten: Was drehen wir morgen? Warum machen wir keinen neuen Olsenbandenfilm? Alles, was wir brauchen, ist ein Päckchen Kaugummi, eine Rolle Bindfaden und drei Rollstühle … und den kauenden Balling dazu. Es war sehr bewegend, sich in Kjelds alter Wohnung zu treffen. Natürlich war Kirsten Walther nicht mehr unter uns, aber das Leben geht weiter. Es war sehr bedauerlich, dass es sie nicht mehr gab, aber so ist das im Leben. Es vergingen ein paar Jahre, und dann hatten sie das Drehbuch fertig. Schließlich aber wurde Poul krank, und ich fürchtete, er würde sterben, aber er berappelte sich auf wunderbare Weise, und kaum dass er wieder auf den Beinen war, wollte er, dass wir drehen. Er wollte so gern noch einen Olsenbandenfilm machen, und er bekam tatsächlich die Möglichkeit dazu, aber eben nicht die Möglichkeit, den Film fertig zu drehen. Das war sehr dramatisch.“

„Er hatte übrigens einen schönen Monolog. Er sollte ihn im Rollstuhl spielen. Das war eine Szene draußen in Kastrup, wo er sich ermannen und Egon zum ersten Mal in 14 Filmen einen Anschiss verpassen sollte. Doch er kam nicht mehr dazu, ihn zu drehen. Leider. Es wäre eine mächtig gewaltige Szene geworden. Herrlich! Es gibt viele, die sagen, der letzte Film hätte nicht gedreht werden sollen, aber da kann ich nicht zustimmen. Es ist irgendwie menschlich berührend, ihn anzusehen, wie die Mühlen der Zeit mahlen, die Menschen älter werden, erkranken und sterben. Ich finde, dass Oves Figur und seine Darbietung im Film einfach bezaubernd sind. Ein genialer, in die Jahre gekommener Ganove, der dasitzt und sich einen großen Plan nach dem anderen ausdenkt und der im Institut für Theoretische Kriminalität endgelagert wird. Nur Bahs konnte so eine Story erfinden.“

„Aber sie haben sich über den 14. Film gefreut?“, frage ich Morten Grunwald.

„Ja, aber nicht nur für mich selbst. Ich hatte eine tolle Szene, in der ich eine Taxizentrale leiten und Serbokroatisch lernen sollte, um mit den Taxifahrern kommunizieren zu können. Ich hatte einen Serbokroatisch‐Lehrer, der mir die Sprache beibrachte. Zu Beginn der Dreharbeiten sah das Manuskript vor, dass Benny bloß in den Kneipen rumhängt und Bier trinkt, und das fand ich etwas trist, als hätte der unternehmungslustige Kerl nichts Besseres zu tun. So schlug ich ihnen vor, dass sie ihm stattdessen einen Teilzeitjob in der Taxizentrale Valby geben sollen, und diesen Vorschlag griffen sie auf. Ich wog damals 40 Kilo mehr, war also viel kräftiger, und es musste ein neues Kostüm genäht werden. Das war schon eine Anfechtung. Ich war ja auch mit anderen Aufgaben beschäftigt, zum Beispiel mit den großen Musicals am Østre Gasværk Theater. Das war eine Phase, in der ich Tag und Nacht gearbeitet und sehr ungesund gelebt habe.“

Ich bin erneut fasziniert von den lebendigen Schilderungen Morten Grunwalds und werde gleichzeitig gewahr, dass ich wohl nicht alle meine Fragen schaffen werde. Ich würde es genießen, hier noch etliche Stunden, ja sogar mehrere Tage zu sitzen und Morten Grunwald einfach nur zuzuhören. Ich fahre also eilig fort und wähle ein paar einzelne Fan‐Fragen aus.

„Als Sie mit der Olsenbande begannen, hatten Balling & Bahs da bereits im Vorhinein die Rolle des Benny für Sie ausgewählt, oder hatten Sie selbst einen gewissen Einfluss darauf, wen Sie spielen?“ „Nein, wir bekamen das Ganze fix und fertig auf dem silbernen Tablett serviert, aber das Kostüm, die kurze Hose und das enge Jackett, das habe ich selbst mit ausgewählt. Aber die Charaktere waren bereits festgelegt. Es geht ja das Gerücht, dass das Manuskript eines Nachts in Piräus geschrieben wurde, wo wir gerade ‚Martha‘ drehten. Sie hatten lange an einem Manuskript gefeilt, das von einer kleinen Verbrecherbande aus Valby handeln sollte. Das war wichtig! Nicht Vanløse oder irgendwo anders, sondern Valby. Es sollte einen tragisch‐genialen Kopf und Anführer geben, dann den übervorsichtigen und besorgten Kjeld, und schließlich den fröhlichen Optimisten, der durch dick und dünn mitgeht. Diese drei Figuren verkörperten wir. Mein tänzelnder Gang stammt aus einem der ersten Filme, wo wir eine Szene an einer Tankstelle drehten, in der Benny den Tankwart austrickst, und überglücklich darüber mache ich zufällig diesen Hopser. Und als Balling einen Tag später die Aufnahmen durchsah, sagte er: Diesen Hopser hier, damit darfst du nicht mehr aufhören. Dasselbe spielte sich ab mit unserem Gänsemarsch, wo Benny stets ein wenig aus der Reihe tanzt. Das sind Dinge, die sich aus dem Drehbuch ergeben und die man aus sich selbst herausholt und die Rolle dann auf seine eigene Art und Weise mit Leben erfüllt. Und es ist ein großes Glück für einen Schauspieler, wenn das so gelingt.“

Wir stoßen erneut mit Kaffee und Cola an. Mein Hals fühlt sich ganz trocken an, obwohl es doch Morten Grunwald ist, der das meiste erzählt. Vielleicht hat mich die Nervosität noch immer nicht ganz losgelassen oder ich habe, benommen von den fantastischen Geschichten, die mir hier serviert werden, einfach das Ziel aus den Augen verloren, jedenfalls beschließe ich, den Fokus des Gesprächs ein klein wenig wegzulenken von Morten Grunwalds Rolle.

„Ihre eigene Frau, Lily Weiding, spielt in Film 6 ‚Der (voraussichtlich) letzte Streich der Olsenbande‘ mit, wo sie Sie über den Strand von Mallorca verfolgt. Gab es weitere Szenen, in denen andere Schauspieler ihre Ehegatten oder Bekannte als Statisten mithatten, oder war das ein einmaliger Vorgang?“

„Balling & Bahs amüsierten sich köstlich“, erzählt Morten Grunwald. „Es war eine lustige Zugabe. Als meine Frau und ich uns kennenlernten, erregte das mächtig viel Aufsehen, dass sich eine reife Frau von 40 Jahren mit einem Kerl von 30 Jahren zusammentat. Das ist heutzutage nicht mehr so. Damals war das jedoch wirklich aufsehenerregend. Im ersten Stück, in dem wir am Neuen Theater zusammen gespielt haben, spielte meine Frau meine Mutter, und das erschien sehr interessant, nicht zuletzt für ‚Se & Hør‘, waren sehr interessant. Aber das war niemals ein Problem für uns, darauf haben wir laut und frech gepfiffen, und nun sind wir beinahe 50 Jahre zusammen.“

„Lily hatte schon früher mit Balling und für Nordisk Film gearbeitet, und ihr damaliger Mann, Mogens Wieth, der 1962 starb, hat auch viel mit Balling zusammengearbeitet. Und als wir uns dann zusammentaten, dachten sie, es wäre doch schön, wenn eine attraktive, poetische Dame den Benny verfolgt. Das war keine formale Regieanweisung, sondern das war ‚part of the game‘. Wir haben ja auch in ‚Martha‘ zusammen gespielt, wo meine Frau eine etwas größere Rolle hatte, auch hier mit einem Augenzwinkern, denn Balling hat Lily als eine zierliche Dame angelegt, die die ganze Zeit lang sagt: Ich kannte auch mal einen Gärtner, ich kannte auch mal einen Telegrafisten, was eine Anspielung darauf war, dass sie nun schon zum dritten Mal heiratete. Nun war meine Frau ja eine der führenden Schauspielerinnen des Landes, und deshalb war es ein Riesenknüller, sie in diese Rolle zu stecken.“

Während Morten Grunwald erzählt, tauchen all die lustigen Szenen vor mir auf und ich ertappe mich dabei, wie ich dasitze und bis über beide Ohren grinse, ja beinahe leise loslache, weil alles so lebendig erzählt wird, dass man sich fühlt, als wäre man mit am Filmset. Ich kann mir gut vorstellen, wie viele fantastische Augenblicke Morten Grunwald in seiner Zeit als Schauspieler erlebt hat, nicht nur in den Olsenbandenfilmen, die heute unser Thema sind, sondern in seinen zahlreichen Film‐und Theaterrollen, und ich kann nicht umhin, mich von der Stimmung ein wenig ergreifen zu lassen.

„Sie erzählten“, fahre ich fort, „dass Sie an einem Buch arbeiten über Ihre Zeit in der Olsenbande, und zwar mit dem Titel ‚Ein Schelm in gelben Socken‘. Ist das richtig?“ „Nein!“, kommt es prompt von Morten Grunwald. „Der Titel lautet anders. Es wird ‚Meine Zeit in gelben Socken‘ werden.“

„Ich habe ja schon ein Buch geschrieben zusammen mit Samuel Rachlin, aber nun bin ich der letzte von der Olsenbande, und deshalb soll das ein Buch werden, in dem man aus der Jetztzeit in die Vergangenheit blickt.“

„Ich habe auch noch viele andere Sachen gemacht, aber ich will gerne noch ein bisschen über die Zeit erzählen, in der ich ein Doppelleben geführt habe, oder besser gesagt ein Vielfachleben, denn gleichzeitig zu den herrlichen Geschichten, die wir mit den Komplizen aus der Olsenbande gedreht haben, realisierte ich große Projekte sowohl am Bristol Theater und am Betty Nansen Theater als auch am Østre Gasværk Theater. Es war also ein Doppelleben mit Privilegien, bei dem ich viele Eisen im Feuer hatte, und das soll in etwa der Hintergrund sein für die Erzählungen. Aber es wird auch eine Art Bilderbuch werden. Wir machen das zusammen mit Olsenbanden‐Standbildfotograf Rolf Konow, der fantastisches Material daliegen hat ‐wunderbare Bilder, weshalb das Buch sowohl hier als auch in Deutschland erscheinen soll. Da gibt es ja einen, dessen Biografie letztes Jahr in Deutschland erschienen ist[3], und dafür haben sie einen meiner Sprüche als Titel benutzt: Skide godt, Egon … Mächtig gewaltig, Egon. Den Spruch kann ich nun nicht mehr als Titel benutzen. Ich war ja unten in Deutschland und bin rund gereist mit der Dame, die das Buch übersetzt hat, Janine Strahl‐Oesterreich, eine deutsche Journalistin. Wir sind zusammen in 10‐15 Talkshows im Fernsehen aufgetreten, um das Buch vorzustellen, und das war ein derartiger Erfolg, dass es direkt auf der Hand lag, zu fragen: Warum schreibst du nicht selbst eine Biografie. Ich hatte zunächst ein etwas ambivalentes Verhältnis zu diesem Thema, aber nur bis ich einen geeigneten Blickwinkel gefunden hatte, etwa nach dem Motto: Meine Zeit in gelben Socken!“

„Nun würde ich gern noch erfahren, ob Sie Ihre Karriere als Schauspiele definitiv beendet haben, oder ob Sie Ja sagen würden, wenn die richtige Rolle auftaucht.“

„An der Stelle pflege ich stets zu sagen: Ein Schauspieler beendet seine Karriere erst, wenn er die Holzpantinen endgültig auszieht. Ich habe stets verschiedene Aufgaben gehabt. Zuletzt habe ich mit einer fantastischen Mannschaft „Warten auf Godot“ inszeniert, das war super. Und solange man rüstig ist … Ja, es wird nicht mehr so viel getanzt auf Schloss Koldinghus[4], wie in meinen jungen Tagen, aber hier oben“, sagt Morten Grunwald und zeigt auf seinen Kopf, „kann ich nicht begreifen, dass ich schon 78 bin. Die Zeit vergeht schnell, und je älter man wird, desto schneller vergeht sie. Mein alter Lehrer Poul Reumert pflegte zu sagen, die Zeit zwischen Weihnachten wird immer kürzer.“

„Es geht die Legende, dass Sie es waren, der für die Olsenbanden‐Dreharbeiten den Lohn für die ganze ‚Bande‘ ausgehandelt hat. Ist das richtig?“

„Ja, das kam daher, dass ich selbst auch Produzent war. Und ich habe stets die Philosophie gehabt, auch an meinen Theatern: No money, no pay. Wenn es gut lief, sollten das alle zu spüren bekommen. Für die großen Musicals habe ich eine einheitliche Mindestgage festgelegt, und dazu einen Bonus, der je nach Rolle größer oder kleiner ausfallen konnte. Für eine Hauptrolle konnte es zum Beispiel einen Bonus von einer gewissen Prozentzahl der Einnahmen geben, sofern die Besucherauslastung 80‐90 Prozent betrug. Dieses Gagensystem war sehr populär, denn bei den großen Musicals wie ‚Les Miserables‘ oder ‚Miss Saigon‘ war das Haus stets voll, und so erhielten sie einen Bonus, der ihrem schauspielerischen Engagement entsprach. Genau so hielt ich es beim Film, und es erwies sich sehr rasch, dass man dieses Prinzip bei Nordisk Film schätzte. Praktisch war die Olsenbande für Nordisk Film ein so großes finanzielles Abenteuer, wie es für uns Schauspieler ein künstlerisches war. Das waren keine harschen Gehaltsverhandlungen, sondern ganz seriöse, und das war auch nichts Neues für Nordisk Film, dass man der Führung sagte, wie viel man als Gage haben will. Das war ein gutes Prinzip, denn es gab ja ständig auch ein paar Tantiemen. Die Olsenbandenfilme wurden schließlich auch im Ausland gesehen, im Kabel‐TV und so weiter. Außerdem ist der dänische Film sehr populär als Exportgut.“

„Ove war es gewohnt zu verhandeln, da er so viele Rollen bei Balling gespielt hatte, und ich wurde daher eine Art Vertrauensmann. Und daran war nichts Merkwürdiges, denn jedes Ensemble in einem Theater hat einen Vertrauensmann, über den die Schauspieler mit der Führung verhandeln können. Das war quasi die Rolle, die ich bei Nordisk Film übernahm.“

Ein Blick auf die Uhr verrät mir, dass meine Zeit fast vorüber ist. Ich habe jede einzelne Sekunde genossen. Ich könnte ohne weiteres noch eine Stunde, ja einen ganzen Tag damit zubringen, dazusitzen und Morten Grunwald zuzuhören. Ich bringe es irgendwie fertig, ihm den Vorschlag zu unterbreiten, dass Nordisk Film den fünften Film von 1973 (Die Olsenbande läuft Amok) im Herbst zeigen sollte anlässlich des 40jährigen Jubiläums dieser Folge. Natürlich sollte der Film im Kopenhagener Kino ‚Palads‘ laufen, das die Bande zu Beginn des Films auszurauben versucht. Ich habe leider noch keine Antwort von Nordisk Film erhalten, aber Morten Grunwald findet, dass sich das nach einer mächtig gewaltigen Idee anhört, und er meint, dass Nordisk Film vermutlich zustimmen wird. Nun brauche ich nur noch auf eine positive Antwort hoffen. Auf meine Frage, ob Morten Grunwald auch selbst auf einer solchen Veranstaltung aufzutreten wünscht, nickt er zustimmend und sagt: „Das ist Nordisk Film auch gut bekannt.“

Während ich ihm viele Male für seine Zeit danke und zusammenpacke, fragt Morten Grunwald nach der neuen Website www.olsenbandenfanklub.dk, und ich erkläre ihm, dass die Idee darin besteht, all die kleinen, verschiedenen Internetseiten zum Thema Olsenbande quer durchs Land einzusammeln, sodass alles Material unter einem Dach zusammenkommt. Morten Grunwald findet, dass das spannend klingt, und erwähnt, dass man in Ostdeutschland auch nicht die kleinste Stadt findet, in der es keinen Olsenbandenklub gibt, wo sie ihre eigenen Olsenbandenfilme machen. Es sind Fleischer, Anwälte und Briefträger, die die Rollen spielen und ihre individuellen Drehbücher schreiben. Und das nimmt immer weiter zu …

Schließlich und endlich bekomme ich noch einen Vorschlag von Morten Grunwald für die Website. Fanvideos. Ja, warum nicht. Als Huldigung an die Olsenbande. Das kommt mit auf die Zu‐tun‐Liste. Die Zeit ist gekommen, nochmals Danke zu sagen und sich zu verabschieden. Wenn ich auch nervös war, als er eintraf, so hat sich das vollständig gegeben. Wie habe ich die vergangene Stunde doch genossen in Gesellschaft dieser unglaublichen Persönlichkeit und in der eleganten Atmosphäre von Skodsborg Hotel & Spa, in der ausschließlich über die Olsenbande gesprochen wurde. Man könnte ein ganzes Wochenende mit diesem Thema bestreiten. Kurz bevor ich aus der Tür trete, bitte ich Morten Grunwald um ein Autogramm, das er zusammen mit einem Gruß niederschreibt, während er verspricht, mir einige Bilder für den Interview‐Artikel zuzusenden. Ich danke ihm noch ein letztes Mal und verabschiede mich höflich, auch wenn es mir schwer fällt zu gehen. Er ist und bleibt doch Benny, dort, wenige Schritte vor mir.

Als ich wieder vor die Tür trete, scheint die Sonne noch immer von einem fast wolkenlosen Himmel. Es ist kühl, aber nicht kalt, und die Vögel erzählen, dass der Frühling naht. Es war genau diese Jahreszeit, zu der die Vorbesprechungen für die Olsenbandenfilme stattgefunden haben, sodass den Sommer über gedreht werden konnte. Ich bin in Gedanken ganz bei der Olsenbande, während ich zur Bahnstation gehe, als es mich plötzlich durchzuckt: Ich habe gar nicht gefragt wegen eines Bildes von ihm zusammen mit mir im Hotel. Ich bleibe stehen und drehe mich um. Noch kann ich das Hotel sehen. Nein, denke ich, das wäre unprofessionell, noch einmal angerannt zu kommen. Außerdem habe ich mich schon verabschiedet. Ich bleibe stehen, sehe mich um, drehe mich um und setze meinen Weg zum Zug fort. Vielleicht bietet sich später einmal eine Gelegenheit dafür. Vielleicht fruchtet meine Idee einer Kinovorstellung im Herbst. Vielleicht nimmt Morten Grunwald daran teil. Ja, denke ich, gebe mich optimistisch und genieße das schöne Wetter und die Tatsache, dass ich eine ganze Stunde mit Benny aus der Olsenbande verbracht habe. Mächtig gewaltig, Rune!

  1. Eine Szene klappt sofort beim ersten Durchlauf und muss nicht wiederholt werden.
  2. Annette Heick
  3. Mächtig gewaltig, Egon. Die Biografie von Ove Sprogøe, von Jacob Wendt Jensen, deutsche Übersetzung von Janine Strahl‐Oesterreich, Verlag Das Neue Berlin, 2012, ISBN: 978‐3‐360‐02135‐9, 237 Seiten
  4. Das bezieht sich wohl auf eine Sage, wonach im Jahre 1558 eine Dame auf Schloss Koldinghus in Kolding von drei Männern „zu Tode getanzt“ wurde, vgl. http://www.koldinghus.dk/Default.aspx?ID=863


Interview in Originalsprache (dänisch) nachlesen: www.olsenbandenfanklub.dk



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