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Deutsche Übersetzung von Guido (FranzJägerBerlin):
Er konnte ohne Eva nicht leben
Ove folgte nach: Eingeschlafen, drei Wochen nach dem Tod seiner geliebten Frau
Drei Wochen ohne seine Liebe aus 60 Jahren. Das war es, was Ove Sprogøe fertig machte. Am zeitigen Dienstag schlief der 84jährige beliebte Schauspieler in seiner neuen Heimat, dem Pflegeheim Løjtegårdsvej in Tårnby, ein. Laut Mitteilung von Ekstra Bladet gleich nachdem er Besuch von seinem Sohn Henning hatte. Die Todesursache kann – inoffiziell, aber glaubhaft, Trauer genannt werden.
Eine Lebensnotwendigkeit
Während die Fahnen an mehreren Orten der Hauptstadt, unter anderem auf dem Palads Biograf, nach der Nachricht darüber, dass Egon Olsen, Ove Sprogøe gestorben ist, auf Halbmast gesetzt wurden, blieb die Fahnenstange in der Spätsommersonne vor dem Pflegeheim ganz nackt. Es war Mitten im Sommer, als Ove und seine geliebte Eva, durch schwere Krankheit gezwungen, von ihrem gemeinsamen Heim aus 55 Jahren, der Backsteinvilla an den Landebahnen von Kastrup Lufthavn, aufbrechen mußten, und stattdessen ins nur einen Kilometer von ihrer alten Adresse entfernte Pflegeheim zu ziehen. Der Plan war, hier ein neues gemeinsames Leben zu beginnen. Aber er wurde nie vollbracht. Während unter anderem Ove zunehmende Gicht plagte, traf Ehefrau Eva anderes schwer. Sie starb Freitag, den 20. August. Und gestern folgte Ove treu nach. „Eva war eine Lebensnotwendigkeit für Ove“, erklärt einer der engsten Freunde des Paares, der Schauspieler Flemming Jensen, der meint, dass auch der Aufbruch aus der Heimat vor wenigen Monaten, Ove Sprogøe hart getroffen haben muß.
Die Söhne
Das Paar hätte am 29. März nächsten Jahres Diamantene Hochzeit feiern können. Dienstagabend versammelten sich die drei Sprogøe-Söhne, der kommunalangestellte, 56jährige Projektleiter Jørgen, der Krimiautor Sven, 54 Jahre und der Schauspieler Henning, 51 Jahre, mit ihren Familien in Svens Wohnung auf Østerbro in Kopenhagen, um zu versuchen einander zu trösten, nachdem sie in weniger als einem Monat ihre Eltern verloren haben. Und wie es ihre Eltern immer getan haben, legten auch die Söhne höflich, aber bestimmt fest, dass diese Art privater Gefühle ins Privatleben gehört und nicht an die Öffentlichkeit. „Du mußt verstehen, dass wir jetzt nicht reden können. Dass alle Fragen bis morgen warten müssen (Mittwoch, Red.). Wir sind gerade dabei zu versuchen, uns selbst zu finden“, sagt Sven Sprogøe und legt leise auf.
amgr (at) eb.dk
von Anne-Mette Gregers
Bildbeschreibungen
Bild oben links
Ove und Eva Sprogøe an seinem 75. Geburtstag. Die Liebe strahlt aus dem Bild heraus. (Foto: DR)
Bild mitte
Ove Sprogøe hielt es nur drei Wochen ohne seine Frau, Eva, aus. (Foto: Ole Steen)
Bild mitte – rote Schlagzeile
Große Beilage über Ove Sprogøe im Mittelteil
Bild oben rechts
Sie konnten nicht ohne einander leben, Ove und Eva. (Foto: Ekstra Bladet)
grauer Kasten rechts
Lies vom Lebewohl der Freunde in der Beilage
Erik Balling: Er und Eva hatten ein sehr glänzendes Leben zusammen, und das merkte er, als sie vor knapp einem Monat starb. Es war ja auch früher zu sehen, dass wenn der eine aus einer glücklichen, langen Ehe stirbt, es nicht lange dauert, bis auch der andere aufgibt.
Morten Grunwald: Mehr als 40 Jahre arbeiteten Ove Sprogøe und ich zusammen, und ich habe gerade ausgerechnet, dass wir praktisch mehr als 50 Sachen an Theater und beim Film zusammen gemacht haben. Ove Sprogøe ist absolut einer der allerwichtigsten Mitspieler in meinem Arbeitsleben gewesen.
Lykke Nielsen: Wir haben wirklich viele gute Essen zusammen gehabt. Ove war verrückt nach gutem Essen – das Eva machte, aber für das er einkaufte. Ich traf ihn oft beim Fischhändler.
Ellen Hillingsø: Es war eine riesen Ehre mit einem der ganz großen Giganten des dänischen Film gemeinsam zu spielen. Und Ove Sprogøe war enorm süß mir und Helle Dolleris gegenüber. Ich habe auch eine Menge Filme mit Ove Sprogøe gesehen. Er war einer der Menschen auf der Welt, der die meisten Filme gedreht haben.
Johannes Møllehave: Es ist irgendwie, als wenn man ein Teil von sich selbst verliert – als ob der Tod des anderen bedeutet, dass man eine Ader verliert.
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