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Start Presse Billed-Bladet, Nr. 22/2012 (Morten Grunwald)


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Deutsche Übersetzung von Peter Männig:




(Mit freundlicher Erlaubnis durch Billed-Bladet.)
Auf den Spuren der Balling-Bande

Von Caspar Nielsen

Morten Grunwald hatte einen Plan: BILLED-BLADET einzuladen auf die Spuren von Erik Ballings dänemarkweit berühmter Olsenbande. Dazu brauchen wir: Nordisk Film, den Südhafen, das Königliche Theater, einen Chevrolet Bel Air, das Vridsløselille Staatsgefängnis in Albertslund – und einen Regiestuhl...

Erik Ballings Olsenbanden-Abenteuer begannen stets damit, dass Egon Olsen aus dem Vridsløselille Staatsgefängnis entlassen wird, wo ihn die Fähnchen schwingenden Bandenmitglieder Benny und Kjeld in einem heruntergekommenen Chevrolet Bel Air erwarten.

„Du kannst gern ordentlich um die Ecke geschossen kommen“, sagte Balling stets. „Und das tat ich auch. Im Laufe der 14 Filme haben wir fünf Autos in Klump gefahren. In den Filmen fuhr ich alles – vom Panzer bis zum Behindertentransporter. Das einzige, was ich nicht probiert habe, war ein Jumbojet“, sagt Morten Grunwald.

Erstmals seit vielen Jahren steht „Benny“ wieder vor der Gefängnispforte, die dänemarkweit Berühmtheit erlangte durch Erik Ballings geniale Filme. BILLED-BLADET startet diese Woche das große Filmabenteuer und bietet den ersten von vierzehn Original-„Banden“-Filmen zu einem attraktiven Preis an. Morten Grunwald ging frisch voran auf Ballings Fußspuren und zeigte uns vom Regiestuhl aus die Stellen, die heute ein Stück Kulturgeschichte geworden sind.

„Es kostete eine Flasche Chivas Regal, sich auf Ballings Regiestuhl zu setzen, und wenn Poul Bundgaard richtig in seinem Element war, tat er das gerne. Das löste stets großen Beifall aus und einen Gang zum Kaufmann nach Whisky“, erinnert sich Morten, der sich, genau wie Ove Sprogøe auch, während der Dreharbeiten gern auf dem Stuhl niederließ. Das erzählt viel über den sonnigen Humor während der Dreharbeiten zu jenen Filmen, die vielleicht zu den dänischsten gehören, die wir haben, wenn nicht sogar darüber hinaus:
„Auch in Deutschland ist man verrückt nach ihnen. Besonders für die DDR-Bürger ist es ein Vergnügen gewesen, drei Ganoven zu erleben, die den Oberen eins auswischten. Als die sozialistischen Starrköpfe unter der Führung von Egon Krenz so taten, als könnten sie die aufkeimende Hoffnung auf Deutschlands Wiedervereinigung stoppen, stand auf einem der Protestbanner: ‚Hast du einen Plan, Egon?‘. Da hielt die Olsenbande plötzlich Einzug in weltgeschichtliche Zusammenhänge.“

„Es waren die Häftlinge in Vridsløse, die vorschlugen, dass der Gefängnisweg in Egon Olsens Vej (Egon Olsens Weg) umbenannt werden soll. Aber in der Kommunalverwaltung von Albertslund war besonders der sozialdemokratische Bürgermeister gegen die Verherrlichung von Kriminellen. Er grollte Egon wahrscheinlich noch, weil der in einem seiner Wutanfälle “elende Sozialdemokraten” geschimpft hatte. Aber schließlich musste er sich der Meinung des Volkes beugen“, erzählt Morten. Die Umbenennung fand am 21. Dezember 2004, an Ove Sprogøes Geburtstag, statt. Es ist das erste Mal, dass eine dänische Straße nach einer fiktiven Figur benannt wurde. Das hätte den guten alten Egon mächtig gefreut.


Die berühmteste Szene

Der Coup im Königlichen Theater
„Hier, im Königlichen Theater, auf dem Kongens Nytorv (Königlicher Neumarkt), führte Erik Balling den berühmtesten und genialsten Coup der Olsenbande aus. Sie bohrte und sprengte sich den Weg durch die Garderobenwände frei, während Bent Mejding das Orchester dirigierte. Bent spielte nur in diesem einen Olsenbanden-Film mit, aber dafür erinnern sich alle immer noch an ihn. Das Königliche Orchester krümmte sich vor Lachen, als es Bent Fabricius‘ Bearbeitung von Friedrich Kuhlaus “Elverhøj” („Elfenhügel“) in die Hand bekam. Die Ouvertüre war völlig verunstaltet, damit die Noten zu Henning Bahs‘ Explosionen und Spezialeffekten passten“, erzählt Morten, auf dem Regiestuhl sitzend, mit Blick auf den Theatersaal und auf die Kavalier-Loge, in der im Film die Schurken mit dem roten Geldkoffer saßen. Im Film beschreibt Egon die eigentümliche Arbeitsatmosphäre am Königlichen Theater: „Der Dirigent hasst das Orchester, das Orchestern hat dauernd nur Stunk mit den Opernsängern, die Sänger verachten das Ballett, die Balletttänzer die Schauspieler, die Schauspieler krachen sich untereinander.“

Morten: „Das war Ballings satirischer Gruß an eins der damaligen Konfliktthemen, nämlich, wie schwer es war, die vier Kunstsparten unter ein Dach zu bekommen. Einige meinten, das sei ein alter Brauch, andere sagten, dass Schauspieler und Ballett zusammen untergebracht sein könnten, Opernsänger und Orchester aber ein eigenes Haus haben sollten. Es gab auch interne Kämpfe darum, wer das Recht hat, auf der historischen Bühne zu spielen. Später spitzten sich die Probleme mehr und mehr zu. Ich nahm einmal an einer Konferenz teil, noch bevor Opern- und Schauspielsparte sich vertrugen, wo man als Einführungsfilm Szenen aus dem Olsenbanden-Coup im Königlichen Theater zeigte. Da waren die Leute richtig beleidigt.“

Stunts im Südhafen
„Als das Dumme Schwein Egon Olsen endgültig beseitigen will, zementiert er ihn in einen Holzbottich ein und versenkt ihn, an einem Kran hängend, im Hafen. Kjeld und Benny kommen gerade noch rechtzeitig und retten ihn, kurz bevor es zu spät ist“, erzählt Morten über die dramatische Einstellung, die Erik Balling in der Vasbygade im Südhafen inszenierte. Hier wäre es beinahe wirklich aus gewesen mit Ove Sprogøe, der vom Kettengestell des Krans erschlagen worden wäre, wenn Balling nicht darauf bestanden hätte, eine Puppe einzusetzen für die Einstellung, in der Egon im Hafenbecken versenkt wird. Das Hafengelände ist im Film „Der (voraussichtlich) letzte Streich der Olsenbande“ zu sehen. Kran und Haus vom Dummen Schwein gibt es heute jedoch nicht mehr, und der Schrottplatz ist mittlerweile beräumt. Der Bretterzaun und das Haus im Hintergrund stehen aber noch. Beides kam in Bennys eigenem Coup in „Die Olsenbande steigt aufs Dach“ zum Einsatz, als die Bande den Nachtwächter Ejner Federspiel mit einem Klumpen Knetmasse in seinem Salzstreuer austrickst. Henning Bahs benutzte das Haus im Hintergrund auch als Fabrik, in der das Dumme Schwein Egon in Schwefelsäure auflösen will. Im Film „Die Olsenbande fliegt über die Planke“ liegt die Fabrik an der Ecke zwischen „Insektizid-Koppel“ (Bladanvænget) und „Salzsäureweg“ (Saltsyrevej).

Die Asta Nielsen Straße
Kjelds Wohnung und Erik Ballings Büro befanden sich in der Asta Nielsen Straße (Asta Nielsen Strædet) gleich hinter den Nordisk Film Studios in Valby. „Ballings Büro ist dort noch, dort drüben, ein Stück nach rechts. Das Prozedere war jedes Jahr das gleiche. Wir begannen stets mit einem Treffen im ‚Büro des Direktors‘, wo die Lohnverhandlungen stattfanden. Und das nicht ohne Reibereien. Ich war der Vertrauensmann der Olsenbande, und meine Philosophie war, dass, wenn man an einem Projekt teilgenommen hatte, das viel Geld eingespielt hat, dies auch die Schauspieler merken sollten. Das habe ich auch so gehalten, als ich Chef im Østre Gasværk Theater war. Dort gab es für die Schauspieler neben der festen Gage ein Bonussystem, etwa als wir Vorstellungen von „Les Miserables“ oder „Miss Saigon“ gaben. Und die Olsenbande brachte Nordisk Film nach und nach viel Geld ein. Es war stets eine Freude, Mitglied in Ballings Crew zu sein, und ich erinnere mich an keinen Dreh, auf dem es nicht Geschmunzel und Lachen gab, und Leute, die einander in Fahrt brachten.

Wieder in Valby
Morten in der ehemaligen Promi-Garderobe von Nordisk Film, die er sich mit Ove Sprogøe teilte. Heute ist sie als Museum für den Stummfilmstar Waldemar Psilander eingerichtet. „Balling hatte auch eine Vorliebe für den Stummfilm. So ist etwa die Szene, in der Ove, Poul und ich an den Zeigern der Rathausuhr hängen, eine Reminiszenz an Harold Lloyd im Stummfilm “Ausgerechnet Wolkenkratzer” (Originaltitel: “Safety Last!”) von 1923.”

Ballings Denkwerkstatt
„Hier in der ‚Marketenderi‘ von Nordisk Film in Valby (die ehem. Kantine, Anm. Übersetzer) haben Balling und Bahs bei legendären Mittagessen Egon Olsens Pläne ausgeheckt. Die beiden hatten ihren angestammten Tisch in der nordwestlichen Ecke, an den sich niemand anderes setzen durfte. Zur Not noch die Mitglieder der Olsenbande. Wie bei Shakespeare, Molière und Mozart sprudelten die Ideen beständig. War das Drehbuch erst fertig, das sie stets in Paris schrieben, wurde nicht ein einziges Komma mehr verrückt. Balling führte mit der Schreibmaschine Regie. Er war kein cholerischer Regisseur, eher sehr wortkarg, aber das, was er sagte, war präzise und versetzte uns in die Lage, dass die meisten Szenen beim ersten Durchlauf klappten. Ich habe niemals eine peinliche Situation erlebt, in der ein Schauspieler ‘den Schwanz der Katze nicht zu fassen bekam‘. Balling hatte ein ausgesprochenes Talent dafür, stets die perfekte Crew zu casten. Das waren handverlesene Leute, sowohl vor als auch hinter der Kamera.“

Rate und gewinne mit der Olsenbande
Es kostete eine Flasche Chivas Regal, sich auf Erik Ballings Stuhl zu setzen. Und um Morten Grunwald nicht zu ruinieren, der während unserer Fotoaufnahmen auf diesem Stuhl saß, hat BILLED-BLADET versprochen, demjenigen jede Woche eine Flasche Whiskey, Marke Chivas Regal, zu spendieren, der errät, aus welchem Olsenbandenfilm die unten abgebildete Szene stammt. Im Gegenzug hat Morten versprochen, der Erinnerung etwas auf die Sprünge zu helfen:
„Das ist eine Szene, in der wir mit Hilfe von Dynamit-Harry (Preben Kaas) einen Geldschrank knacken wollen. Aber er kommt viel zu spät und ist außerdem sturzbetrunken. Daher dosiert er die Sprengladung falsch. Das Ergebnis kann man sehen in:
a) „Die Olsenbande fährt nach Jütland“
b) „Die Olsenbande in der Klemme“
c) „Die Olsenbande läuft Amok“
Ist es Antwort A, schicke eine SMS mit „Olsen A“ an 1266
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Ist es Antwort C, schicke eine SMS mit „Olsen C“ an 1266
Einsendeschluss ist der 6. Juni. Die Gewinner werden benachrichtigt. Preis: 2 Kronen + reguläre Telefongebühren. 14 Tage Rücktrittsrecht. Dienstanbieter ist Aller Media, Havneholmen 33, 1561 Kopenhagen V, Telefon: 70 20 75 92 (Hotline werktags 13-16 Uhr). Teilnahmeberechtigt sind Personen ab 18 Jahre.

Bildunterschriften

S. 90, roter Kreis:
Morten Grunwald über die unglaublichen Abenteuer der Olsenbande

S. 90, kleines Bild links:
„Hurra, nun wird alles wieder gut.“

S. 90, kleines Bild rechts:
Egon – soeben entlassen und mit einem Plan unter dem Arm.

S. 91, kleines Bild rechts oben:
„Benny“ – noch einmal auf dem Egon Olsens Vej. Balling hätte es nicht besser in Szene setzen können.

S. 91, großes Bild:
Morten Grunwald auf dem Egon Olsen Vej. „Bennys Wagen war nicht ganz so flott wie der hier. Wir brauchten ein altes Wrack, zuletzt war es ein Ford Transit Behindertenbus. Eben das, was wir uns leisten konnten. Ein Chevrolet Bel Air Baujahr 1960 wie dieser hier kam in einigen Filmen zum Einsatz.“

S. 92, kleines Foto links unten:
Egon soll verschwinden – und zwar für immer. In Zement gegossen und auf dem besten Weg in den Südhafen.

S. 92, kleines Foto oben rechts:
Bent Mejding dirigierte, dass selbst Stardirigent Celibidache erblasst wäre. Das Orchester hat niemals besser gespielt, als unter der Begleitung der von der Olsenbande verursachten Explosionen.

S. 93, kleines Foto rechts unten:
Kein Zweifel, das ist die Straße, auf der die Bande auf dem Weg zu einem neuen Coup entlang tanzt.

S. 94, ganz kleines Foto rechts in der Mitte:
Balling und seine Bande




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