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Start Presse Billed-Bladet, Nr. 24/2012 (Ove Sprogøe)


::Billed-Bladet, Nr. 24/2012 (Ove Sprogøe)::
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Deutsche Übersetzung von Heiko Ulbricht:



(Mit freundlicher Erlaubnis durch Billed-Bladet.)
Ein genialer Vulkan
Der beim Volk beliebte Ove Sprogøe als Egon Olsen

Von Caspar Nielsen

Ein deutscher TV-Sender unterbrach im September 2004 sein Programm mit den Worten: "Egon Olsen ist gestorben" - Egon Olsen ist tot. Denn Ove Sprogøe war still eingeschlafen, drei Wochen nach Evas Tod. Aber der geniale fünische Vulkan sprühte in 159 Filmen und 130 Theatervorstellungen - und erlangte als Egon Olsen grenzenlose Popularität. In "Die Olsenbande fährt nach Jütland", welchen Billed-Bladet heute verkauft, trat der Charakter richtig hervor.

Die Frau hinter Ove
Im Gegensatz zu Egon Olsen, dessen einzige Leidenschaft Geldschränke waren, fand Ove Sprogøe früh die Liebe seines Lebens. Es war im Jahre 1941 bei der Seeminenverwaltung auf Holmen, als Sprogøe auf Eva traf. Damals arbeiteten sie beide als Büroangestellte. Sie war 19, er war 21 und die Beziehung hielt das ganze Leben. Fast 60 Jahre lang waren sie verheiratet. Die Metzgermeistertochter Eva Rasmussen war ausgebildete Akademikerin (Magister) und sie wurde Sprogøes fester Anker. Sie wohnten in einer Maurermeistervilla im Tømmerup Stationsvej. "Amagars Museum der modernen Kunst", wie Freunde das Heim nannten, die 4 Etagen waren Sperrgebiet für die Presse. Hier schuf Eva einen fürsorglichen Kreis um ihren Mann, nahm immer das Telefon ab und beschützte Ove gegen Neugierige. Genauso wie sie ein gutes Zuhause für ihre drei Söhne, Jørgen, Sven und Henning, schuf.

Ansonsten war Eva genauso zurückgezogen, wie Ove Allgemeingut war. Sie erwartete ihn mit einem nächtlichen Imbiss, wenn er jeden Abend vom Theater kam. Ove Sprogøe war fast berühmt dafür keinen Fernseher zu haben. Auch wollte er kein Videogerät im Haus haben, genauso, wie er sich selbst ungern auf der Leinwand sah. Stattdessen verbrachte er seine (spärliche) Freizeit mit Kunst, Karten zu spielen, Sonntagsfrühstücke abzuhalten, Bücher lesen (er hatte über 400) und bereitete den Familienurlaub, besonders nach Frankreich, vor. Sprogøe war in der Regel am 14. Juli in Paris, dem Tag des Sturms auf die Bastille (ein Feiertag in Frankreich, Anm. Übersetzer) - weshalb die sommerlichen Filmaufnahmen in Dänemark bis zu diesem Datum fertig sein sollten. Die letzte Zeit brachte Sprogøe im Pflegeheim im Løjtegårdsvej auf Amagar zu. Dänemarks beim Volk beliebter Superstern verstarb am 14. September 2004, ganz kurz nach Eva, welche am 20. August 2004 einschlief.

„Nein, das ist die Höhe!“
"Werde ich etwas Ungerechtem ausgesetzt raucht die Sicherung mit einem Knall. Es kommt nur heraus und ich kann es nicht kontrollieren. Ich bin immer todmüde hinterher" sagte Ove Sprogøe einmal über sein Temperament. Obwohl der Füne bestens bekannt war als ein milder und freundlicher Mann, hatte er auch einen schwelenden Grund von Lava. Ein Teil sprühte durch Egon Olsens Feuerreden heraus, wenn er "Hängeohren" und "Hundeköpfe" an Ort und Stelle sagte.

Wenn die Szenen gemacht werden sollten, herrschte eine angespannte Stimmung im Studio. Mit der Zigarre im und aus dem Mund spazierte Ove den Gang rauf und runter. Wenn es beim ersten Versuch nicht glückte, konnte es noch angespannter werden. Glückte es, prosteten sich die Leute mit Whisky zu, hat Oves Sohn Henning erzählt. "Ich hasste es, aber Balling reizte mich, bis ich in die Höhen kam, ich musste", sagte Ove.

Er verlangte Konzentration und Ruhe um sich, "nun haltet ihr verdammt die Klappe" brüllte er, wenn die Leute in den Kulissen sprachen und er wollte nichts anderes als den Kameramann in seinem Blickfeld haben. Die Lichtmänner und die Maskenbildner bekamen Bescheid, um sich zu entfernen. Auf dem Bild ist es Poul Bundgaards Kjeld, über den sich der Bandenchef aufplustert in einem "Outtake" aus dem Film der Woche "Die Olsenbande fährt nach Jütland".

Geliebt in Ostdeutschland
In der ehemaligen DDR war Egon Olsen eine Kultfigur und Sprogøe wurde wie ein Superstar empfangen, als er das Land in den 70iger Jahren besuchte. Warum? "Ob es seine kreative Anarchie war oder die der Figur des Egon Olsen - man hatte Sinn dafür in dem kleinbürgerlichen Betongefängnis. Der Traum, herauszukommen in die Freiheit, den großen Reibach zu machen, und die Mauer niederzureißen hin zur normalen und humorvollen Menschlichkeit“ schrieb der Autor Klaus Rifbjerg in seinem Nachruf auf Ove Wendelboe Sprogøe Petersen (geboren am 21. Dezember 1919 in Odense und verstorben am 14. September 2004)

Ballings meisterliches Maskottchen
Erik Balling brauchte Ove Sprogøe in nahezu all seinen Produktionen. "Es sind Ballings Ideen und Kunst, Schauspieler zu bekommen, die gegen ihren eigenen Typ agieren und niemand war in der Lage, diese Herausforderung besser als Ove zu erfüllen. Als Privatperson war er weit davon entfernt wie jemand seiner unzähligen Rollen zu sein, die er spielte. Ich glaube jedoch, dass er als Dr. Hansen in "Matador" seinem eigentlichen Ich näher kam als in jeder anderen Rolle. Der bescheidene, kultivierte Hausarzt mit dem kompromisslosen Sinn für Gerechtigkeit und einer liebevollen, ironischen Distanz" hat Lise Nørgaard Sprogøe beschrieben. Immer gut vorbereitet zu sein, verlangte Ove sowohl von sich selbst und von seiner Umgebung.

Als Ole Bornedal ihn und Ellen Hillingsø in der TV-Serie “Charlot og Charlotte” ("Charlott und Charlotte", nicht auf Deutsch erschienen) instruierte, bat er sie, alles zu geben, was sie in sich hatten. Ellen nickte pflichtbewusst, aber Ove schrie: "Ich habe nichts anderes getan in den letzten 75 Jahren". "Ich bin ständig scheißängstlich vor jeder Premiere", sagte Sprogøe. Zuletzt war es genau die Angst, nicht mehr in der Lage zu sein, sich an seine Dialoge zu erinnern, was ihn im Jahre 1996 veranlasste, sich zurückzuziehen. Trotzdem ließ er sich 1998, fast 80 Jahre alt, noch einmal zu einer letzten Leistung im Film "Der (wirklich) allerletzte Streich der Olsenbande" als gealterter Egon überreden - stark gichtgeplagt und immer noch unbändig.

Ohne Führerschein
Ove Sprogøe hatte keinen Führerschein, daher ist es immer Benny (Morten Grunwald), welcher das Auto der Olsenbande fährt. Er fuhr immer mit dem Fahrrad von Amager nach Valby zu den Aufnahmen und hatte häufig eine Stange "Brunsviger" (Hefekuchen mit Butterkruste, Anm. Übersetzer) mit auf dem Gepäckträger. Balling liebte Plunderstücke, obwohl er es nicht mochte, Puderzuckerfinger auf seinen Manuskripten zu haben. Im Gegensatz zu Egon Olsen rauchte Ove nicht. Beim Trick, wo Egon die Zigarre in und aus dem Mund rollt, war er hingegen bereits so geschickt, dass er es einmal - während Feuer im Stummel war - tat.

Stürmische Karriere
Ove Sprogøes stürmische Karriere lässt sich nur schlecht auf engem Raum zusammenfassen. Außer Egon Olsen war er einmal mehr auch als temperamentvoller Begleiter Dirch Passers in mehreren Komödien bekannt geworden - wie in der Hauptrolle in Scherfigs “Den forsvundne fuldmægtig” ("Der verschwundene Abteilungsleiter", nicht auf Deutsch erschienen, Anm. Übersetzer), als charmanter Sigismund in "Sommer i Tyrol", als Superagent in "Kaliber 7,65 - Diebesgrüße aus Kopenhagen”, als Gentlemandieb in "Oh, diese Mieter!", Dr. Hansen in "Matador", “Privatdetektiv Anthonsen", Jesper Fårekyllings Stimme in den Disney Weihnachtsshows, genauso wie er in Theaterszenen alles spielte von "Fandens oldemor" (als Sänger hatte er einen Hit gleichen Namens, Anm. Übersetzer) bis hin zu Charakterrollen in Strindberg, Brecht und Beckett.

Wie hier auf dem Bild, wo die Olsenbande in der Vorstellung “Mens vi venter på Godot” ("Warten auf Godot") im Bristol-Theater 1976 versammelt ist. Er gewann zwei Bodilpreise nebst einem Ehrenbodil im Jahre 1999. Letzteren kommentierte er so: "Was bedeutet der? Die Tatsache, dass ich alt geworden bin..."

Rate und gewinne mit der Olsenbande
Im Wochenwettbewerb um eine Flasche Chivas Regal, die es kostete, wenn man sich in den Stuhl von Balling in den Olsenbandenfilmen setze, und die Billed-Bladet verlost, soll man erraten, aus welchem Film der Bande dieses Bild stammt. Morten Grundwald hilft ein wenig nach:
"Das ist eine Skulptur von Henning Bahs: Das wandernde Straßenarbeitszelt. Hah! Nein, das ist die Szene, wo wir ein Auto um dessen Benzin erleichtern. Es ist auf einer Briefwaage ausgerechnet, wie viel abgelassen werden musste, so dass es direkt vor Egon im Film stoppt..."

A) Die Olsenbande steigt aufs Dach
B) Die Olsenbande fährt nach Jütland
C) Die Olsenbande schlägt wieder zu

Der Wettbewerb endet am Donnerstag den 20. Juni. Die Gewinner werden benachrichtigt. Preis: 7 Kronen + allgemeines Nutzungsentgelt. 14 Tage Rücktrittsrecht. Der Dienst wird angeboten von Aller Media, Havneholmen 33, 1561 Kopenhagen (West), Telefon: 70207592 (Support werktags von 13-16 Uhr). Um teilzunehmen, soll man mindestens 18 Jahre alt sein.

Bildunterschriften

S. 40, großes Bild:
"Ich habe einen Plan" - Ove Wendelboe Sprogøe Petersen wollte auf die Schauspielschule des Königlichen Theaters, da war er 23 Jahre alt. Aber: "Ihr Profil, Mensch! Mit so einem Gesicht bekommen Sie nie Arbeit als Schauspieler. Sie werden in Ihrem Leben nur kleine Rollen zu spielen bekommen", lautete es in der Ablehnung des Theaterleiters Holger Gabrielsen. Talent kann man halt nicht unterdrücken und Sprogøe wurde einer von Dänemarks größten Schauspielern.




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