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Start Presse Billed-Bladet, Nr. 35/2012 (Film 14)


::Billed-Bladet, Nr. 35/2012 (Film 14)::
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Deutsche Übersetzung von Paul Wenzel:



(Mit freundlicher Erlaubnis durch Billed-Bladet.)
Das schwere Endspiel der Olsenbande

Von Casper Nielsen

Alles sah so vielversprechend aus, als die Olsenbande nach 17 Jahren Pause sich überraschend wieder zusammenfand. Trotz des Alters haben sie ihr Timing nicht verloren und "Der (wirklich) allerletzte Streich der Olsenbande", den das BILLED-BLADET heute zu einem günstigen Preis verkauft, wurde zu einem großen Publikumserfolg. Aber der allerletzte Coup wurde auch zum tragischsten, den sie gemacht haben...

Es war Poul Bundgaards großer Traum. Bereits 1992 skizzierte er seine Idee: "Ich habe vorgeschlagen noch einen zu machen, aber ich war gewiss der einzige, der es ernst meinte. Kannst du dir nicht auch die Olsenbande in einem Altersheim vorstellen, wo ich auf einem Balkon sitze und in einem Schaukelstuhl wippe. Dann kommt Egon hinein und sagt: "Ich habe einen Plan" - "Ja" - antworte ich - "das ist ein herrlicher Balkon"...

Vier Jahre später wurden ein Teil von Bundgaards Ideen umgesetzt. Die Olsenbande erstand kurzzeitig für einen Werbefilm des Energiespar-Rats wieder auf, instruiert von Erik Balling selbst. "Es waren fünf Tage für die Dreharbeiten angesetzt, aber nach drei Tagen waren wir fertig und so fragen wir, "Was machen wir morgen - warum machen wir keinen Film?", fragte Morten Grunwald frech.

Die Olsenbande wurde bereits 1981 aufgelöst, als Egon in "Die Olsenbande fliegt über alle Berge" in Abteilung sechs endete. Nachdem Kirsten Walther 1987 starb wurde die Bande endgültig abgeschrieben. Erik Balling bestand darauf "Ohne Yvonne - keine Bande". Aber sein Kollege Henning Bahs spann die Idee trotzdem weiter - was wäre, wenn Egon während eines Freigangs geflohen wäre und sich mit den zwei alten Hundeköppen wieder vereinen würde.

Kjeld gab Egon einen Anschiss
Ebenso startete "Der (wirklich) allerletzte Streich der Olsenbande" - ein Film dessen Auftakt 1998 sensationell begann. Nach einem Live-Interview bei Nordisk Film entwischte Egon durch eine Hintertür, traf Benny und Kjeld - und damit begann eine Neuauflage von neuen genialen Plänen.

Ove Sprogøe war 80 Jahre alt und stark von Rheuma geplagt, Morten Grunwalds damaliges Kampfgewicht taugte nicht mehr zu einem lässigen Hüpfer und Bundgaard selbst war krank und wurde als Kjeld in einen Rollstuhl gesetzt - aber "es lief sehr gut, völlig unkompliziert wieder in die Rollen einzutauchen", wie Grunwald damals sagte. In seinem Buch "Kort tid - blå mærker og gyldne øjeblikke" ("Kurze Zeit - Blaue Flecken und goldne Augenblicke", nur auf Dänisch erschienen, Anm. Übers.) erklärt er: "Es war etwas beklemmend und bewegend erkennen zu müssen, dass die Zeit ihre Spuren hinterlassen hatte und man nicht mehr der war, der leichtfüßig auf den Zehenspitzen herumtänzelte. Ich brauchte eine Jacke in Doppelgröße und meine ganze Kleidung musste umgenäht werden und das war ein etwas zweideutiges Erlebnis sich selbst in dieser Situation zu sehen. Ove war wirklich gut und es war bewegend Egon Olsen als alten Mann zu erleben - und sieh er schlägt noch einmal zu".

Alles lief genau nach Plan und speziell eine Szene aus dem originalen Manuskript erweckte den Eindruck, dass sie unvergesslich werden könnte. Nach einem weiteren misslungenen Coup erhebt Kjeld sich aus seinem Rollstuhl - jetzt kann er plötzlich laufen - und erteilt Egon einen regelrechten Anschiss. Das sollte draußen am Flughafen stattfinden, aber Poul Bundgaards letzter großer Augenblick wurde niemals verwirklicht. Am 3. Juni 1998 ging ein Stich durch die Herzen aller Olsenbanden-Mitarbeiter und Fans. Poul Bundgaards Bein war am Morgen angeschwollen und so musste seine Frau Kirsten ihn ins Gentofte Krankenhaus fahren. Er hatte sein Kostüm an und war bereit [zu den Filmaufnahmen, Anm. Übers.] zurückzukommen. Aber Bundgaard kam nicht mehr zurück. Mit 75 Jahren war nicht mehr viel los mit dem guten alten Kjeld - und Poul Bundgaards Tod führte dazu dass "Der (wirklich) allerletzte Streich der Olsenbande" dramatisch verändert wurde.

Der Rollstuhl war leer. Die Hebammentasche war ohne Besitzer und die Leere die Poul Bundgaard hinterließ, ließ die Arbeiten am letzten Olsenbandenfilm vier Wochen lang ruhen. Während ganz Dänemark den Atem anhielt...
Lars von Trier hat seine Hilfe angeboten. Er schlug vor, Bundgaards Gesicht digital auf einem anderen Schauspieler zu montieren. Ein Musiker, der Bundgaard zum verwechseln ähnlich sah, wurde angeheuert und die Arbeiten konnten wieder aufgenommen werden. Aber der Musiker brach bei jeder Aufnahme sofort in Lachen aus, sodass dieser Versuch auch verworfen werden musste. Die Lösung ist heute allbekannt: Tommy Kenter wurde so geschminkt, dass er Bundgaard ungefähr ähnelte und Kurt Ravn, von dem einige gehört hatten, dass er Poul Bundgaards Stimme auf einem Fest parodiert hatte, synchronisierte.
Aber es war in Pouls Sinn den Film zu vollenden und nicht zuletzt war Ove Sprogøe unerschütterlich:

"Ove machte bei dem Film ja nur mit, weil die anderen ihn dazu überredeten. Poul hatte es sich so sehr gewünscht. Es war einfach Glück für ihn, diesen letzten Auftritt zu bekommen. Aber Ove hatte keine Lust. Er hatte sich ja zurückgezogen und es war bestimmt auch nicht leicht für ihn, mit seinem schlechten Knie. Ich glaube er machte es aus Rücksicht auf die anderen", erzählt das Skriptgirl der Filme Birthe Frost Larsen im Buch "En fynsk vulkan" ("Ein fünischer Vulkan", nur auf Dänisch erschienen, Anm. Übers.).

Noch eine Tragödie
Aus gesundheitlichen Gründen hatte Erik Balling sich vom Regiestuhl zurückgezogen und überließ ihn seinem langjährigen Assistenten Tom Hedegaard. Aber als Bahs' Manuskript - in der Folge von Bundgaards Tod - umgeschrieben wurde und alles wieder hätte anrollen können, trat eine weitere Tragödie ein.
Im Alter von gerade mal 56 Jahren viel Tom Hedegaard mit einer Hirnblutung um und starb nach kurzer Krankheitszeit: "Ich glaube er starb wegen dem Stress und seinen Ambitionen und ich habe ihn sogar noch gewarnt. Geh es etwas langsamer an, sagte ich zu ihm", erzählt Frost Larsen.

Der Regisseur Morten Arnfred sprang ein, um den Film zu Ende zu führen, mit einem Team das nun wirklich arg gelitten hat, aber professionell damit umging. Als Arnfeld Ove Sprogøe einige Kniffe und Ideen geben wollte, standen die Studios beinahe erneut in Flammen: "So macht Egon Olsen das nicht", donnerte Sprogøe. "Und so wurden keine weiteren Versuche unternommen Egons Charakter zu verändern", schreibt Grunwald in seiner Autobiografie. Auch wenn die Stimmung bedrückt war, so war doch die Freude groß, als der Film am 18. Dezember 1998 seine Dänemark-Premiere feierte.

Es gab gute Kritiken und 600.000 verkaufte Karten zeigten, dass das Publikum immer noch an den drei netten Figuren festhielt. Wie die Serie ausgegangen wäre, wenn Poul Bundgaard zu den letzten Aufnahmen noch am Leben gewesen wäre, erzählt Bahs im Buch "Skide Godt, Egon!" ("Mächtig gewaltig, Egon!", nur auf Dänisch erschienen, Anm. Übers.): "Die drei Bandenmitglieder sollten in der letzten Szene in einem schönen Haus auf Mallorca sitzen. Dann sollte die Kamera zurückfahren, sodass man sehen sollte, dass alles nur eine aufgebaute Dekoration zu Hause im Studio in Valby ist und dann sollten die Schauspieler sich gegenseitig bedanken und ihrer Wege gehen"... Wie "Der (wirklich) allerletzte Streich" stattdessen mit einem neuen Schluss endet verraten wir nicht. Dass sollte man lieber selbst auf DVD erleben...

Rate und gewinne mit der Olsenbande
Das Billed-Bladet verlost eine Flasche Chivas Regal an denjenigen, der errät, aus welchem Film dieses Bild stammt. Es kostete eine Flasche, wenn man sich während der Dreharbeiten auf Balling Stuhl setzte. Morten Grunwald hilft ein wenig mit einer Bildbeschreibung:
"Egons Unerschütterlichkeit übertraf jegliche physische Fähigkeit. Kjeld ist umgefallen und als Benny kann ich einfach nicht mehr. Aber der Schatz muss hier sein und Egon will weiter in..."

A) Die Olsenbande ergibt sich nie
B) Die Olsenbande läuft Amok
C) Die Olsenbande fährt nach Jütland

Bildunterschriften

S. 66, grüner Kreis:
Der letzte Coup wurde tragisch

S. 66, Bild oben links:
Grethe Sønck übernahm die Rolle als Kjelds Besuchsfreundin Ruth, als Ersatz für die verstorbene Yvonne. Sie nennt ihn "Sonny boy" und reicht Benny ein Glas Saft anstelle von Pilsner.


S. 67, großes Bild oben:
Das Trio versammelt zum letzten Gänsemarsch bei Nordisk Film. Leider war die Umsetzung dieses Olsenbandenfilms nicht so lustig wie bei den vorherigen 13 Filmen.

S. 67, kleines Bild, unten links:
Die Olsenbandemitglieder verkleiden sich als Ärzte und schleichen sich in ein psychiatrisches Krankenhaus ein.

S. 68, große gelbe Überschrift:
Kenter wurde zu Kjeld

S. 68, kleines Bild, oben links:
"Das ist doch witzig, wenn man seinen Enkeln eines Tages erzählen kann, dass man mal den Kjeld in der Olsenbande gespielt hat", sagte Tommy Kenter über seinen rettenden Einsatz.

S. 68, großes Bild:
Einer der ganz wenigen Szenen, in denen man erkennen kann, dass Poul Bundgaard von Tommy Kenter gedoubelt wurde.

S. 69, großes Bild, oben rechts:
Das letzte Bild:
Das wurde das unwiderruflich letzte Mal, dass die Bande und ihre Hintermänner versammelt waren. Nur Morten Grunwald weilt noch unter uns - Sprogøe starb 2004, Balling 2005, Bahs 2002, während Tom Hedegaard und Poul Bundgaard während der Dreharbeiten 1998 verstarben.

S. 69, kleines Bild, unten links:
Poul Bundgaard schaffte es noch vor seinem Tod das Lied "Nu brister i alle de kløfter" von Viggo Stuckenberg für eine bewegende Szene im Film einzusingen, begleitet von Bent Fabricius und Grethe Sønck.





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