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Deutsche Übersetzung von Guido (FranzJägerBerlin):
Zu groß, um eingebildet zu sein
Meister der Demut: Kein Journalist wurde in Sprogøes Privatsphäre eingelassen
Im Bus versteckte er sich hinter einem Taschenbuch, um nicht erkannt zu werden. Sagte öfters nein, wenn er geehrt werden sollte, aber niemals nein um zum Nutzen für Wohltätigkeit und Förderveranstaltungen einzutreten, er stand zu seinen Haltungen. Oder er winkte, um einen Gruss zu erwidern, wenn er erkannt wurde, und trampelte auf dem Radweg des Amager Landevej oder der Amagerbrogade in Kopenhagen davon. 156 Filme und Allgemeingüter. Aufstehen um 6.30 Uhr morgens, Dreharbeiten vormittags, Proben am Theater nachmittags, um dann abends auf der Bühne zu stehen. Aber das bedeutet nicht, dass die Öffentlichkeit das Recht auf jemandes Privatleben hat. „Ich habe dadurch gelebt, waagerecht in der Luft zu liegen. Das hat der Familie geholfen, mich auszuhalten. Ich wurde von Glück verfolgt“, erklärte er vor neun Jahren in einem seiner seltenen Interviews.
Heimlicher Urlaub vom Fest
Kein Fest, keine Feier, als er Ende das Jahres 1999 achtzig wurde. Er verreiste mit seiner Frau, und auch keiner seiner drei Söhne wusste wohin. Es war das Fest fünf Jahre vorher, als er 75 wurde und er Freunden, Familie und Kollegen erlaubte, ihn zu feiern. Damals sagte er zu Henning Thøgersen von Ekstra Bladet: „Ich weiss, ich habe eine befristete Zukunft vor mir, aber ich setze mich nicht hin und denke an den Tod. Das tut man nicht, solange man am Leben ist.“ In das geliebte Heim in Tømmerup – dem Gelass, dicht bei den Startbahnen von Kastrup Lufthavn, wurden keine Journalisten eingelassen. Falls jemand anrief, um um ein Interview zu bitten – die Telefonnummer stand im Telefonbuch – sagte Frau Olsen konsequent, dass „ihr Mann gerade keine Lust hat mit den Medien zu sprechen“. Eva Sprogøe zeigte sich nie auf Galapremieren und Ove nur ungern. Wenn es seine bescheidene Freizeit erlaubte, war er am liebsten zu Hause bei seinen Malereien. Oder bei einem guten Essen, dass er gerne einkaufte und Eva zubereiten ließ. Ein Heim, das sich auch nicht durch einen Fernsehapparat stören ließ. Geschweige denn von einem Auto. Auch nicht, als die Söhne klein waren. Öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad waren die Art und Weise, auf die sich die Familie bewegte.
Familienferien
„Vater war ja nicht so viel zu Hause, als wir Kinder waren, aber er pflegte unser Familienleben. Wie bei den Olsenbandenfilmen, die immer in den Sommerferien gedreht wurden, zweigte er drei Wochen ab, so daß wir alle zusammen sein konnten“, erzählte Henning Sprogøe anlässlich des 80. Geburtstags 1999. Henning ist heute 51 Jahre alt, 5 Jahre jünger als Svend und 3 Jahre jünger als Jørgen. „Als Kinder fuhren wir immer mit dem Zug nach Italien, London oder Paris, oft zusammen mit Vaters Schwester oder seinem Vater. Die ganze Reise war minutiöst vorbereitet. Damit verbrachte Vater im Winter viele Stunden.“
Zugabe
1994 bekam die Öffentlichkeit durch Poul Martinsens Fernsehporträt einen Einblick in Ove Sprogøes Privatleben mit Linienbussen und gemeinsam mit Eva. Es zeichnete auch ein Bild des grossen Engagements dieses Mannes. Als der Autor vor 25 Jahren Landssekretær*) in der Bürgerinitiative gegen die EU war, rief man nie vergeblich bei Ove Sprogøe an. Auch in dieser Initiative wurde er von allen geliebt. Bei einem Wahlfest im Forum**) kam er – wie immer pflichttreu frühzeitig – ging auf die Bühne und gab das Lied „Fandens Oldemor“ (Des Teufels Grossmutter). Als der Saal nach einer Zugabe verlangte, bekamen sie das Lied noch einmal zu hören – das war alles, das war vorbereitet.
Die Arbeit kommt zu erst
Oder als Kollege Buster Larsen starb und Ove Sprogøe sich nicht zur Beerdigung zeigte, erlaubte sich der Autor, gegenüber den Söhnen seine Verwunderung auszudrücken, und es ging nur um wenige Minuten, bevor er selbst anrief und sagte: „Ich konnte nicht, hatte einen Arbeitsauftrag. Wären die Rollen vertauscht gewesen und Buster hätte einer Arbeit zugesagt, so hätte die auch oberste Priorität gehabt.“
von Rene Simmel
Bildunterschrift
Mit seiner Aktentasche im Bus – fast anonym. So wollte Ove Sprogøe es. (Foto: TV2)
*) Landssekretær – wie man diese Funktion in deutsch nennen würde, habe ich leider nicht rausgefunden, evtl. Landesvorsitzender **) Forum København, Julius Thomsens Plads 1, 1925 Frederiksberg C
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