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Deutsche Übersetzung von Arne List:
Das letzte Bild
Ove Sprogøe wurde als Ehrenmitglied im deutschen Olsenbanden-Fanclub gehuldigt.
Das große Bild auf dieser Seite ist höchstwahrscheinlich das letzte offizielle Bild, das von Ove Sprogøe gemacht wurde - im Februar 2004 von seinem Sohn Sven Sprogøe, und danach als Ehrerbietung runter zum deutschen Olsenbanden-Fanclub geschickt, der kurz zuvor Ove Sprogøe zum Ehrenmitglied ernannt hat. Ein anderes Ehrenmitglied, der weltgrößte Olsenbanden-Fan Frank Eberlien, war tief berührt, als Ekstrabladet ihm gestern die traurige Nachricht von Ove Sprogøes Tod überbrachte. "Ich bin wirklich sehr betroffen und traurig, dass Ove Sprogøe tot ist. Jetzt ist es vorbei mit ganz Dänemarks Egon, und das bedeutet, dass nur Morten Grunwald von der alten Olsenbande übrig ist", sagt Frank Eberlein am Telefon von Berlin aus, nachdem Ekstra Bladet ihn von der traurigen Nachricht informierte. "Das letzte Mal war ich im Kontakt mit Ove Sprogøe, als ich ihm einen Weihnachtsbrief schrieb, auf den er antwortete", sagt Frank mit tränenerstickter Stimme und erinnert sich an die vielen Male, wo er seinen großen Held Ove Sprogøe persönlich traf.
Schnaps mit Egon
"Ich besuchte Ove das erste Mal Mitte der 90er, und er öffnete mir seine Tür mit seinem herzlichen warmen Egon-Lächeln. Ich war fix und fertig. Es war wunderbar. Also bat Ove mir einen Schnaps an, und ich trinke normalerweise selten. Aber wer kann schon dankend ablehnen, einen Schnaps mit Egon persönlich zu trinken. Und Oves Frau Eva hat mir öfters nachgeschenkt. Es waren ein paar denkwürdige Stunden, an die ich mich immer erinnern werde." Frank traf Egon Sprogøe 1998 wieder, als der größte Wunsch seines Lebens erfüllt wurde, nämlich eine Nebenrolle im allerletzten Olsenbanden-Film "der letzte Streich" zu spielen. Hier bekam Frank die Rolle eines psychisch kranken Patienten im Koma, der zusammen mit Egon in der selben psychiatrischen Klinik liegt. Das letzte Mal wo Frank persönlich auf Ove traf, war allerdings 1999, als er seine 15jährige Nichte Jana und seinen 13jährigen Neffen Marcus mit nach Dänemark nahm. "Als Überraschung fuhr ich raus zu Oves und Evas Haus nach Kastrup und klingelte an der Tür. Den Kindern fiel die Kinnlade runter, als ihr Held Egon die Tür öffnete. Wir aßen zusammen einen guten Imbiss, und ich machte einige Bilder von den Kindern zusammen mit Ove", erzählt Frank.
Hit in Ostdeutschland
Frank Eberlein nahm sein großes Interesse für die Olsenbande als kleiner Junge fast mit der Muttermilch auf, in der ehemaligen DDR vor dem Mauerfall. Das DDR-Regime sorgte nämlich dafür, dass die Ostdeutschen jedes Jahr zu Weihnachten einen Olsenbanden-Film zu sehen bekamen. "Wir verschlangen die Filme pur. Sie handeln ja von dem kleinen Mann, der die großen Banken in Aufruhr versetzt, die Politiker, das System. Honecker erzählte damals ewig lange von seinen Fünfjahresplänen, aus denen nie was wurde. Aber Egons Pläne wirkten jedes Mal so... mächtig gewaltig!", grinst Frank, der zusammen mit dem Filmhistoriker F.B. Habel 1995 das große Standardwerk über das populäre Trio verfasste, "Die Olsenbande". 2001 schrieb Frank, gleichsam als Sahnehäubchen, "Das Große Lexikon der Olsenbande", wo er auf 403 Seiten alle nur möglichen Informationen über sämtliche 14 Olsenbanden-Filme präsentiert. Zwei Stunden später erzählt uns Frank, dass viele deutsche Olsenbanden-Fans bei ihm angerufen haben und ihre große Trauer zum Ausdruck brachten. "Ich habe auch gerade mit Karl Heinz Oppel gesprochen, der zu DDR-Zeiten Synchronsprecher bei 11 Olsenbanden-Filmen war. Er war ebenso tief bestürzt von der Todesnachricht", sagt Frank. "Die Olsenbande hat für mich alles im Leben bedeutet. Und es ist ein Privileg für mich, dass ich ihn persönlich kennen lernen durfte. Ove war ein großer Mensch, den ich nie vergessen werde".
von Kim Kastrup
Touristen strömen in das Vridsløse-Staatsgefängnis
Die Popularität der Olsenbande in der alten DDR wird häufig im Vridsløse-Staatsgefängnis bekräftigt. Hier bekommt man regelmäßig Besuch von ostdeutschen Touristen, die sich mit dem Danebrog einfinden und sich vor dem berühmten Gefängnistor fotografieren lassen. "Wenn es die Zeit erlaubt, öffnen wir das Tor für sie, damit sie genau wie Egon dort hinaus gehen können", erzählt der Gefängnisinspekteur Troels Bloch. Daher hat Allan Larsen, Gefängnispförtner in 21 Jahren, natürlich das deutsche Interesse aus nächster Nähe erlebt: "Vor fünf Jahren war das deutsche Fernsehen mit Sprogøe persönlich zu Besuch. Er ging als Egon mehrmals durch das Tor hinein und hinaus, und ich bat ihm natürlich eine meiner Zigarren an. Das gehört sich ja auch so, aber er sagte höflich: 'Nein Danke, junger Mann.'"
mob
Bildunterschriften:
kleines Bild oben rechts:
Frank Eberlein war mehrmals in Dänemark, um Ove Sprogøe zu besuchen. Hier sieht man ihn 1994 zusammen mit Ove Sprogøe bei ihm zuhause in Kastrup, wo Frank und Ove ein paar Gläser Schnaps hatten. Das Bild hat Ove Sprogøes Frau Eva aufgenommen. (Foto: Eva Sprogøe)
großes Bild
Das letzte offizielle Bild, das von Ove Sprogøe im Februar 2004 aufgenommen wurde, wo er sich für die Ehrenmitgliedschaft im deutschen Olsenbanden-Fanclub bedankt. (Foto: Sven Sprogøe)
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