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Start Presse Billed-Bladet, Nr. 28/2012 (Ole Ernst)


::Billed-Bladet, Nr. 28/2012 (Ole Ernst)::
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Deutsche Übersetzung von Paul Wenzel:



(Mit freundlicher Erlaubnis durch Billed-Bladet.)
Ich konnte mich nie zusammenreißen

Von Casper Nielsen und Malan Joensen

"Ich konnte mich während der Dreharbeiten zur Olsenbande nie zusammenreißen. Erik Balling wollte mich mit Kim Larsen ersetzen", sagt Ole Ernst, der eine ganz besondere Schwäche für Kirsten Walther und Axel Strøbyes Kriminalkommissar hatte.

Wenn du nochmal lachst rufe ich Kim Larsen (einer der bekanntesten Musiker in Dänemark, Anm. Übersetzer) an...", sagte Erik Balling. Aber ich konnte mich einfach nicht zusammenreißen, wenn Axel Strøbye richtig in Fahrt kam. Er war einfach so lustig.

Ole Ernst muss lachen, wenn er sich an die Zusammenarbeit mit seinem Kollegen Axel Strøbye in den Olsenbandenfilmen zurückerinnert - Szenen die unter großem Vergnügen gedreht wurden. Aber ihm wird beinahe noch weicher ums Herz, wenn das Gespräch auf Yvonne - Kirsten Walther fällt. “In Kirsten Walther war ich 10 Jahre lang verliebt, sie war so eine wundervolle Frau, süß, freundlich und warm, ja sie war das Allerbeste. Ich weiß nicht, ob sie selbst wusste, dass sie amüsant war, aber sie war großartig, ich wurde todtraurig, als ich hörte, dass sie plötzlich tot war.”

Auch wenn es jetzt schon über 30 Jahr her ist, dass der 72-jährige Ole Ernst seinen letzten Olsenbandenfilm gemacht hat (mal abgesehen von einem kurzen Comeback 1998) sorgte die Rolle des etwas verständnislosen Henning Holm für ein zusätzliches Renteneinkommen für den populären Schauspieler. Ich bekomme immer noch Tantiemen, wenn die Filme im Fernsehen gezeigt werden und es war bestimmt auch eine fantastische Zeit in der wir die gemacht haben. Nach dem ersten Film fragte ich was ich als Lohn bekomme. "Du bekommst das gleiche wie beim letzten Mal - plus 1000 Kronen mehr" hieß die Antwort. Ich verdiente gut 8-9000 Kronen am Tag (ca. 1100-1200 Euro, Anm. Übersetzer).

Und die Filmarbeiten waren nur am Vormittag von 8 bis 12 Uhr. Danach waren die Schauspieler zu müde, meinte Balling, das war ganz wunderbar für mich, so konnte ich danach zur Probe zum Theater gehen, sagt Ole. Im Film "Die Olsenbande stellt die Weichen", den man heute für einen günstigen Preis zusammen mit dem Billed-Bladet kaufen kann, hat er viel zu tun, er muss Axel Strøbye bei der Vorbereitung des Polizeiausflugs helfen. "Wenn Sie unbedingt Fälle aufklären wollen, dann bitte in Ihrer Freizeit", hieß die Parole.

- Es war Axel, der ein gutes Wort für mich einlegte. Wir waren im Privatleben Freunde und spielten auch zusammen am Königlichen Theater. Er war ein netter Mann. Immer offen für ein Gespräch, wenn man zu ihm kam. Aber auch ein privater Mensch, der sich etwas zurückgezogen hielt, erinnert sich Ole an seinen Kollegen. Man erhält den Eindruck, dass Strøbye immer noch populär ist, als Oles Mobiltelefon kurz die Erinnerungsreihe unterbricht. Das war ein Journalist, der wissen wollte, ob Ole für ein Gespräch für sein neues Buch zur Verfügung steht, er ist gerade dabei eine Biografie über Axel Strøbye zu schreiben...

- Ich sollte auch bei Matador mitspielen (24-teilige, sehr populäre dänische Fernsehserie 1978-1981, Anm. Übersetzer) - wen ich spielen sollte, möchte ich gar nicht verraten - aber es klappte nicht, weil ich eine Sache bei DR bekam (Danmarks Radio, öffentlich-rechtlicher Radio- und TV-Sender, Anm. Übersetzer), wo ich für Aufnahmen für eine Strindberg Vorstellung voll eingespannt war, das war also nichts, räumt Ole ein und verweist noch auf eine andere Sache von 1978 wo er von "Tribadernes nat" (Theaterstück, Anm. Übersetzer) fernblieb und auf 298.000 Kronen verklagt wurde (ca. 40.000 Euro).

Es war einfach nur traurig
Ole Ernst musste auch einmal auf seine Rolle als Kriminalbeamter Holm verzichten, in "Die Olsenbande schlägt wieder zu" von 1977 wurde sie von Dick Kaysø übernommen. Das war zu einem Zeitpunkt, wo Ole selbst richtig viele Filmrollen hatte in "Blind Makker" und "Hærværk". Er schlüpfte aber in den letzten vier Filmen nochmal in seine Tweed-Sachen und war auch mit dabei als die Bande 1998 ihr Comeback hatte.

- Den zu machen, wurde richtig schwierig. Zuerst verstarb Poul und dann Regisseur Tom Hedegaard. Es war einfach so traurig. Aber sie waren eben immer noch populär. Wir bekamen z.B. Besuch von einem Deutschen, der ein ganzes Lexikon über die Olsenbande geschrieben hat und selbst habe ich sogar einen Fanclub in Stuttgart, die kennen mich auf Grund der Filme. Die waren ja speziell in Ostdeutschland sehr populär, vielleicht weil es darum ging die Polizei an der Nase herumzuführen...

- Die Filme werden immer noch angesehen. Meine Freundin Inge aus Odense hat neulich ein paar der Filme gekauft, die wir uns dann angesehen haben, sagt Ole, der seit einem halben Jahr mit Inge Storm Pedersen zusammen ist. - Wir waren vor 25 Jahren ein Paar, eines Tages rief sie mich plötzlich an und so haben wir den Kontakt wieder aufgenommen. Sie ist Immobilienmaklerin und hat eine Wohnung in Odense und ein Haus in der Türkei, erzählt Ole, der selbst in Østerbro in einer Wohnung mit Balkon wohnt und direkt auf den Øresund blickt und es genießt dort stehen und malen zu können. - Erst heute habe ich ein Bild auf meiner Webseite verkauft (hier zu finden: www.oleernst.com Anm. Übersetzer).
Arbeitsmäßig "klingelt das Telefon nicht mehr so häufig wie früher", räumt Ole ein, aber darüber beklagt er sich ganz sicher nicht.

Mein königliches Zuhause
- Ich habe in richtig vielen Zeichentrickfilmen gesprochen und das wurde gut bezahlt, auch habe ich einen Zugehörigkeitsvertrag mit dem Königlichen Theater, das ja in den letzten 50 Jahren mein zweites Zuhause war, da herrschte immer eine mächtig gewaltige Stimmung. Emmet Feigenberg sagt, dass so lange er da ist, so lange gibt es kleine Rollen für mich. Ich soll im November im Stück "Fanny og Alexander" mitspielen und kann dann 2014 mein 50. Schauspielerjubiläum feiern, seit ich am Odense Theater als Schwarzer debütierte in "Blues for Mr. Charlie", sagt Ole, dessen Beine leider nicht mehr so können, wie in der Blüte seiner Jugend. - Das sind die Muskeln von den Knien aufwärts, die nicht mehr so kräftig sind und dafür sorgen, dass die Knien zurückschlagen. Das kommt von einem Blutpfopf in meinem Gehirn, den ich vor 30 Jahren bekam. Ich habe nicht so viel trainiert, wie ich eigentlich sollte, aber ich habe ein Gerät gekauft das die Muskeln elektronisch stimulieren kann, sodass sie etwas besser werden, auch wenn das nicht in zwei Tagen passiert. Wer weiß? - vielleicht endet das damit dass ich zu "Vild med dans" (dänische Tanzshow mit Prominenten, Anm. Übersetzer) antrete. Ganz besonders wenn ich Susse Wold als Tanzpartnerin bekommen würde...

Darum wurde Peter Steen abgelöst
In den ersten zwei Olsenbandenfilmen war es Peter Steen (links) der als Kriminalkommissar Mortensen auftrat, aber seine Rolle endete in der geschlossenen Abteilung und so kam Ole Ernst als Kriminalbeamter dazu, und Strøbye übernahm die Rolle des Vorgesetzten von Poul Reichhardt. Im Erinnerungsbuch "Tak skæbne" (“Danke Schicksal”, nicht auf Deutsch erschienen) erzählt Steen, dass er sich von der Serie verabschieden musste, als er für eine große Rolle in einem anderen Film zugesagt hatte. 30 Jahre später kehrte er noch einmal zurück in den Polizeialltag und spielte in der TV-Serie "Edderkoppen" den korrupten Polizeipräsidenten Gordan. Steens Talent brachte ihm auch zwei hohe Filmpreise ein - seine Nebenrolle in "Das Erbe" ("Arven") von 2004 wurde sowohl mit einem Bodil, als auch mit einem Robert belohnt. Der nun 76jährige Schauspieler hat die letzten Jahre auf Bornholm gelebt, aber man hört nichts mehr von ihm, weil er an Alzheimer leidet. - Das ist kein Geheimnis. Unsere Freunde und die Familie wussten es von dem Tag an, an dem wir die Diagnose bekamen vor etwas über fünf Jahren, erzählt seine Frau Karen Nørregaard gegenüber dem BILLED-BLADET.

Bildunterschriften

S. 26, gelber Kreis:
Ole Ernst war der Kriminalbeamte der Olsenbande

S. 26, Bild oben links:
Ole Ernsts Kriminalbeamte Holm musste sich viel gefallen lassen in den Olsenbandenfilmen.

S. 26, kleines Bild unten links:
Ole hinter dem Schreibtisch eines richtigen Polizeireviers. Sieh dir mal an, wie hier Ordnung in die Sache gekommen ist im Vergleich zu dem Bild darüber.

S. 27, großes Bild:
Auf diesem Bild musste sich Ole Ernst nicht nur zusammenreißen, sondern auch in "Die Olsenbande sieht rot" als Modell mit Myrten und Brautschleier für Yvonne stehen. - Kirsten Walther war eine wundervolle Frau, sagt Ole.

S. 28/29, große gelbe Überschrift:
Die Olsenbande wurde zu einer Rentenvorsorge

S. 28-29, großes Bild:
Zurück im Polizeipräsidium (“Politigården”) - Wir haben nur eine einzige Szene im Polizeipräsidium in Kopenhagen gedreht. Unser Büro wurde in den Studios in Valby aufgebaut. Aber die Polizei war sehr freundlich und lieh uns Autos und Polizisten, erzählt Ole.

S. 29, Bild rechts oben:
Ole Ernst viel es schwer nicht in Lachen auszubrechen, wenn Axel Strøbye seine Reden schwang - wie hier, wo der Hintermann Bjørn Watt-Boolsen (rechts) mit den Juwelen überführt wurde in "Der (voraussichtlich) letzte Streich der Olsenbande".




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