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Start Presse Billed-Bladet, Nr. 29/2012 (Film 8)


::Billed-Bladet, Nr. 29/2012 (Film 8)::
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Deutsche Übersetzung von Steffen Paatz:



(Mit freundlicher Erlaubnis durch Billed-Bladet.)
Der beste Coup der Olsenbande
Nah dran an der legendären Szene im Königlichen Theater

Von Casper Nielsen und Malan Joensen

Das wird der Coup aller Coups – aber der klassische musikalische Einbruch der Olsenbande ins Königliche Theater entsteht durch einen Zufall. Erik Balling hatte nämlich keinen richtigen Plan für den Schluss, als er „ Die Olsenbande sieht rot“ machte, die man heute im BILLED-BLADET kaufen kann.

Egon Olsen hatte keinen Plan. Erik Balling und Henning Bahs waren von ihrer alljährlichen Schreibtour aus Paris nach Hause gekommen, ohne zum Abschluss des Manuskriptes gekommen zu sein.
“Das kann man wohl sagen, dass bei Nordisk Film an den Nägeln gekaut wurde, wo man doch damit rechnete endlich [mit den Aufnahmen, Anm. Übers.] beginnen zu können”, sagte Bo Christensen, der Produktionsleiter von „Die Olsenbande sieht rot“, dem achten Film der Serie, der am 1. Oktober 1976 Premiere haben sollte. Möglicherweise wäre es nie dazu gekommen, wenn nicht…
- Balling tagelang grübelte während sein Radio lief. An einem Tag spielten sie die Olsenbanden-Melodie und danach das Menuett zum „Elverhøj”. Und plötzlich – Bang – war es da. Die Bande sollte sich den Weg zu den Millionen selbstverständlich durch die Garderoben der alten Bühne im Königlichen Theater bohren und sprengen.

„Der Coup der Olsenbande mit der Ouvertüre zum „Elverhøj“ ist das Lustigste, was man im dänischen Kino gesehen hat. Das geht in die Filmgeschichte ein“, schrieb Berlingske Tidende danach: „Das ist eine genial erdachte und ausgeführte Idee, die bei mir zu dem größten Lachanfall führte, an den ich mich erinnern kann“, hieß es in der Weekendavisen. Der Coup wurde selbstverständlich nicht auf der alten Bühne am Konges Nytorv ausgeführt, sondern in den Studios in Valby.
Und Asbjørn Andersen, der in einem Kostüm als Christian IV. zu sehen ist, spielte die gleiche Rolle am Theater und gebrauchte das für die Authentizität mit dem gleichen Kostüm, berichtet Bo Christensen. Komponist Bent Fabricius-Bjerre: „Ich musste die Noten von Kuhlau bearbeiten. Es war nötig für die Geschwindigkeit mehr Schlagzeug einzusetzen, als eigentlich gedacht“.

Das Königliche Orchester wurde im Odd Fellow Palais versammelt und die Musiker hatten gut lachen, als sie die neuen Noten spielen sollten, angepasst an unsere Aktionen. Während der Aufnahmen ließ man die Musik auf einem Tonbandgerät laufen. Es war sehr befriedigend nach der Premiere den Applaus des Publikums zu hören, sagt Bo Christensen.
Benny würde sagen: „Mächtig gewaltig“.

Mejding hatte tagelang Muskelkater
Bent Mejding wirkte nur in einem Olsenbandenfilm mit, aber alle haben sich das gemerkt. Als Dirigent, dessen Orchester nie schöner spielte, begannen für ihn die Filmaufnahmen um 8 Uhr morgens und waren um 17 Uhr beendet, als der Dirigent meinte „so, jetzt hängen meine Arme wie Spargel von meinen Schultern“, so schrieb er es in seiner neuen Autobiografie “Mit liv som papegøje” („Mein Leben als Papagei“, nur auf Dänisch erhältlich).

„Die Wahrheit ist, dass ich nie die Musiker gesehen habe, nie im Königlichen Theater war und nie das Orchester gehört habe“. Mejding stand in Valby vor einem Foto der Zuschauerränge der alten Bühne. Bent Fabricius-Bjerre startete das Tonband, Bent dirigierte und Balling sagte „Bum“. „Das sollte eine Explosion sein, die unter der Bühne stattfand, aber ich sollte denken, es waren die Trommeln und ich sollte beeindruckt reagieren. Dann habe ich mich ins Auto gesetzt, um aufs Land zu fahren, aber ich konnte meine Arme schlecht heben, um das Lenkrad anzufassen. Ich hatte noch tagelang Schmerzen in den Armen und der Schulter. Aber wenn Zuschauer die Szenen gesehen haben sagten sie immer: „Ei! Das muss ja viel Spaß gemacht haben, das zu machen“. Die Wahrheit ist, dass es genial zusammengeschnitten ist für „einen Augenblick von überragender Schönheit“, wie Egon sagen würde.

Børge konnte es auswendig pfeifen
Die Aufnahmen fanden in den Studios in Valby statt, abgesehen von den Szenen, wo wir im Theater ankommen und es verlassen. Das wurde in einem Kellergang des Neuen Theaters in Vesterbro aufgenommen, erzählt Jes Holtsø (Børge). Das dauerte 14 Tage alles aufzunehmen und wenn man bedenkt, dass es etwa 6 bis 8 Wochen dauert einen ganzen Film zu machen, dann ist das eine lange Zeit. Aber Balling war völlig klar, dass das Timing genau stimmen musste und man kann sagen, dass die Zeit, die für die Arbeit investiert wurde, dem Film zu Gute kommt.

Ich kann in der Filmgeschichte keinen Plan finden, der so genial ist. Das ist ja auch Egons meist gebrauchte Präsentation. Ich erinnere mich, wie das Publikum nach der Premiere reagierte . Sie sprangen auf, applaudierten und pfiffen. Zuerst wurde die Musik aufgenommen. So konnte sie Ove Sprogøe besonders oft hören. Man kann keine Szene spielen ohne die Musik zu kennen. Ich kann sie auswendig pfeifen, weil wir sie die ganze Zeit gehört haben. Schon als ich das Drehbuch gelesen habe dachte ich: „ Das kann richtig gut werden, das kann ein wahnsinniger Spaß werden“. Und das wurde es auch.

Rate und gewinne mit der Olsenbande
Im Gewinnspiel der Woche um eine Flasche Chivas Regal, die es kostete, wenn man sich in Ballings Stuhl während der Aufnahmen zur Olsenbande setzte und die Billed-Bladet verlost, soll man erraten aus welchem Olsenbandenfilm das Bild stammt. Morten Grunwald hilft ein wenig:

„Dies ist ein spektakuläres Beispiel, wie Erik Balling die Morgenstimmung im Südhafen eingefangen hat. Das liegt nah an einer Szene des italienischen Filmregisseurs Luchino Visconti“. Das ist Karl Stegger, als er der Bande den Rücken zudreht – tauscht die seinen Wachhund gegen einen kleinen Wauwau in…

A – Die Olsenbande stellt die Weichen
B – Die Olsenbande ergibt sich nie
C – Der (voraussichtlich) letzte Streich der Olsenbande

Bildunterschriften

S. 28, kleines Bild oben:
Das Menuett zum „Elverhøj“ ist nicht das gleiche, nachdem die Olsenbande im Takt der Musik einbricht. In Wirklichkeit war die Bande nie im Königlichen Theater, aber der Akropolisteppich hinter dem Dirigenten Bent Mejding ist eine originalgetreue Kopie.

S. 28, kleines Bild in der Mitte:
Es wird gesprengt! Benny und Kjeld feuern die exakt richtungsbestimmten Explosionen von Bahs ab.

S. 29, großes Bild:
Die Wände stürzen im Takt der Musik ein. Aber sie können wieder aufgerichtet werden, falls die Aufnahmen wiederholt werden müssen.





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