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::Jütland 2015::

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Der letzte Reisebericht aus Jütland liegt nun schon einige Jahre zurück und das liegt bestimmt nicht daran, dass wir nicht mehr dort waren. Die Region Thy in Nordjütland ist ein Paradies zum Entspannen und Urlaubmachen und außerdem gibt es hier unzählige Drehorte aus dem 3. Film - "Die Olsenbande fährt nach Jütland", die immer wieder einen Besuch wert sind. Wir sind fast jedes Jahr hier, aber mit den Reiseberichten aus Jütland sind wir sparsamer geworden, denn es ist fast alles entdeckt was man zur Olsenbande nur entdecken kann. Aber in diesem Jahr konnten wir ein paar kleine Geheimnisse lüften und die wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten.

- Fanbekanntschaften -


Dieser Jütland-Urlaub verging wie im Fluge, denn eine Verabredung folgte der nächsten. Da war z.B. Søren Torp, den wir vor einigen Jahren bei einer Bunkerwanderung in Vigsø getroffen haben. Er erzählte uns damals, dass auf dem Dachboden seiner Mutter noch Material zur Olsenbande von einer früheren Mitarbeiterin bei Nordisk Film liegen soll. Seitdem hatten wir uns fest vorgenommen ihn zu besuchen, aber erst jetzt ist etwas daraus geworden.

Søren lud uns in sein gemütliches Ferienhaus in Thy ein. Seine Frau konnte leider nicht dabei sein, dafür aber seine 91jährige Mutter Marie. Sie hatte einen kleinen Schatz mitgebracht, den sie uns unbedingt zeigen wollte: eine Visitenkarte von Bodil Hansen.

Bodil Hansen war die Sekretärin von Ove Sevel, dem Direktor von Nordisk Film (1964-1982). Nach ihr wurde im 2. Film "Die Olsenbande in der Klemme" die Sozialfürsorgerin benannt, in die sich Egon verliebt. Marie Torp war in den 50er und 60er Jahren bei einer Reklamefirma als Zeichnerin beschäftigt und lernte dort Bodil Hansen kennen. Auch als Bodil später zu Nordisk Film wechselte hielten beide Kontakt. Lange Rede kurzer Sinn: unsere Fanbekanntschaft Søren wünschte sich zu dieser Zeit Material zur Olsenbande und so schickte Bodil Hansen dieses zusammen mit ihrer Visitenkarte. Das Material hat sich zwar leider noch nicht wieder angefunden, aber allein diese Karte erzählt schon eine sehr interessante Geschichte.


Ein völlig ungeplantes Treffen mit Olsenbandenfans geschah in Agger. Auf dem Parkplatz entdeckten wir einen IFA W50, was an sich schon mal ungewöhnlich und spektakulär ist. Nach genauerem Studieren des DDR-Oldtimers, stach uns aber der eigentliche Knüller ins Auge: auf der Rückseite hing ein Bild mit der Olsenbande.

Wir waren gerade dabei einen Fanclub-Flyer an die Scheibe zu klemmen, als die Besitzer Jana und Guido aus Pasewalk um die Ecke kamen. Sie haben den W50 zu einem Wohnmobil umgebaut und sind damit auf Olsenbanden-Tour gegangen, um sich Drehorte in Dänemark anzusehen.

Das war aber nicht ihre erste Tour mit so einem Fahrzeug. Mit dem gleichen Fahrzeugtyp haben sie vor einigen Jahren sogar schon eine über 6500 km lange Reise bis nach Russland unternommen und standen tatsächlich mit einem W50 auf dem Roten Platz in Moskau (Reisebericht).


Thisted Dagblad vom 24. Juni 2015
Deutsche Übersetzung lesen...

Diesen Jütland-Urlaub hatten wir erneut zusammen mit Frank Eberlein geplant, der sich auch ein Ferienhaus in unserem Ort gemietet hatte. Frank kennt alle Olsenbandenfilme auswendig und ist ein wandelndes Lexikon. Er ist den meisten von euch sicherlich bekannt als Autor des Fanbuches und Lexikons über die Olsenbande. Mit ihm auf Entdeckungstour im Zeichen der Olsenbande zu gehen ist immer wieder ein Erlebnis.

Gemeinsam haben wir uns mit Martin Myrup aus Thy verabredet, ein sehr junger und fanatisch begeisterter Olsenbandenfan. Er hat bereits eine beachtliche Sammlung angelegt, erforscht alle möglichen Filmdetails und ist natürlich auch Mitglied im Olsenbandenfanclub Deutschland. Es war für uns eine besondere Ehre ihm die wichtigsten Drehorte in seiner eigenen Heimat zeigen zu können und damit eine wichtige Bildungslücke zu schließen. Das Thema Olsenbande wird also von Generation zu Generation weitergetragen und damit hoffentlich nie zu Ende gehen.

Dieses ungewöhnliche Zusammentreffen ist auch der örtlichen Presse nicht verborgen geblieben und so trafen wir uns an den Schwarzen Häusern in Agger für ein Fotoshooting. Auf diesem ehemaligen Materialbahnhof des Küstenschutzes besorgte sich die Olsenbande im Jahr 1971 in "Die Olsenbande fährt nach Jütland" die kleine Lok, um damit zum Bunker zu fahren. Am nächsten Tag erschien ein ganzseitiger Artikel gleich auf der zweiten Seite des Thisted Dagblad.


- Die wahre Geschichte über Mads Madsens Schrottplatz -

In "Die Olsenbande fährt nach Jütland" ist Mads Madsens Hof einer der zentralen Handlungsorte (Krægpøtvej 6, 7730 Vigsø). Hier landet die Olsenbande nach einem Motorschaden und Mads unterstützt sie bei der Bergung des Generalsschatzes aus dem Bunker.

Als Egon sich das erste Mal auf dem Hof umsieht und inmitten riesiger Schrottberge auf die Bunker-Eisentüren stößt, da befindet er sich in Wirklichkeit an einem ganz anderen Ort. Für die Dreharbeiten hatte man zwar einige alte Autos und ein paar Schrottteile nach Vigsø gebracht, aber natürlich keine ganze Schrotthalde. Die Frage, die uns also schon eine Weile im Kopf herumschwirrte, war also: wo sind diese Aufnahmen entstanden? Es musste ein Schrottplatz sein, soviel war klar, aber welcher und existiert der noch?

Unser oben schon erwähntes dänisches Fanclubmitglied Martin hat sich die gleiche Frage gestellt und so haben wir beschlossen das Rätsel zusammen zu lösen. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir nur, dass es ein Schrottplatz in Thy sein muss und man mindestens acht parallele Stromleitungen im Hintergrund von Egon sieht. Es gab also nicht gerade viele Anhaltspunkte, aber wir waren trotzdem zuversichtlich. Bereits im Vorfeld unserer Reise hat Martin mit wertvollen Vorort-Recherchen begonnen und uns Fotos von möglichen Orten geschickt.

Als wir endlich selbst in Thy mit der Suche beginnen konnten war unsere erste Anlaufstelle das Stadtarchiv von Thisted. Hier haben wir gemeinsam mit Jytte (einer Mitarbeiterin des Archives) unsere Liste der möglichen Orte mit alten Fotoaufnahmen abgeglichen, leider ohne Erfolg. Sie meinte aber, dass es die Thisted Bilslagteri (Autoschlachterei) in Thisted gewesen sein könnte. Dieser Ort tauchte auch immer wieder in unseren Vorrecherchen auf.

Also haben wir uns auf den Weg gemacht zum Østerbakken 77 in Thisted, wo sich an gleicher Stelle immer noch eine Autowerkstatt befindet. Der KFZ-Meister konnte uns leider nicht sagen, ob die Szenen hier gedreht wurden, da er die Firma erst seit wenigen Jahren besitzt. Der damalige Inhaber Louis Thinggaard Andersen lebt leider nicht mehr. Der KFZ-Meister konnte uns aber die Adresse der Witwe Andersen verraten und so haben wir doch noch den richtigen Ansprechpartner gefunden.

Frau Andersen konnte sich noch sehr gut an die Zeit der Dreharbeiten erinnern und uns sofort bestätigen, dass wir die richtige Stelle gefunden haben. Ihr Mann hat die Firma von 1969 bis 2007 geführt und noch bis vor ein paar Jahren hing an dem Firmengebäude das Schild Bilslagteri (Autoschlachterei). Der Name sorgt übrigens selbst in Dänemark für Schmunzeln, denn er ist für solche Firmen gar nicht üblich, normalerweise nennt man sie autoophug (Autoverschrottung). Frau Andersen verriet uns sogar noch bis dahin völlig neue Details: sowohl der blaue Toyota Crown von Mads Madsen, als auch der Abschleppwagen wurden von der Bilslagteri für die Dreharbeiten ausgeliehen. Die anderen Fahrzeuge und Schrottteile auf Mads' Hof stammen auch von hier.

- Sensationsfund: alte Fotos von den Dreharbeiten in Vigsø -

Das Stadtarchiv in Thisted konnte uns bereits bei der Suche nach dem Schrottplatz wertvolle Hinweise geben und hat damit den Entdeckergeist in uns geweckt. Uns interessierte, ob es im Archiv noch irgendwelche Dokumente der Dreharbeiten von "Die Olsenbande fährt nach Jütland" im Jahr 1971 gibt.

Bereits 2004 hatten wir das Zeitungsarchiv des Thisted Dagblad durchforstet und alle Artikel zur Olsenbande dokumentiert. 2006 wurden durch das Jütland-Event die dazugehörigen Fotonegative entdeckt. Sie zeigen die Dreharbeiten auf der Landstraße, wo der Bande das Benzin ausgeht und die Repremiere des 1. Films im Kino Thisted mit Darstellern und Filmstab.

Durch unsere jetzigen Recherchen wurde auch Jyttes Interesse an weiterem Material über die Dreharbeiten geweckt und wir begannen mit der Suche. Im Archiv ließen sich leider keine weiteren Infos finden und wir hatten die Hoffnung schon fast aufgegeben. Aber einige Tage später erreichte uns plötzlich eine E-Mail von Jytte aus dem Archiv. Sie hatte in der Zwischenzeit intensiv nachgeforscht und etwas entdeckt.

Wir waren natürlich neugierig und fuhren gleich zum Archiv. Dort konnten wir unseren Augen kaum trauen: es waren bisher völlig unbekannte Fotoaufnahmen von den Dreharbeiten. Es gab Foto-Negative von Mads Madsens Hof, der Kostümgestalterin Lotte Dandanell und den zwei Mädchen vom Strand mit dem Leutnant. Schnell war uns klar, dass es sich hier um einen richtigen Schatz handelte, der für uns Fans weitaus wertvoller als der Generalsschatz ist. Die Fotos wurden, wie die 2006 gefundenen, vom lokalen Fotograf Tage Jensen aufgenommen. Sie erschienen jedoch nicht im Thisted Dagblad, sondern in überregionalen Tageszeitungen. Wir haben ein kleines Vermögen investiert, um die gefundenen Negative bei einem Fotostudio in bester Qualität einscannen zu lassen. Glücklicherweise ist es uns auch gelungen eine Genehmigung zu bekommen, um euch diese Fotos auf der Fanclub-Homepage präsentieren zu dürfen.

Die eigentliche Sensation haben wir erst später entdeckt: auf einem Foto sieht man Ove Verner Hansen alias "das Dumme Schwein". Uns war zwar bekannt, dass er auch im Jütland-Film mitgespielt haben soll, aber dafür gab es bisher keine Beweise.

Nun haben wir es schwarz auf weiß: Er war wirklich bei den Dreharbeiten dabei und es sollte eigentlich sein erster Auftritt in einem Olsenbandenfilm sein. Leider wurden die Szenen, in denen er einen LKW-Fahrer spielen soll, herausgeschnitten. Karl Stegger, der Darsteller von Mads Madsen, wurde während der Dreharbeiten krank. Man musste die Arbeiten unterbrechen und das Drehbuch teilweise umschreiben. Dabei fiel auch die Rolle von Ove Verner Hansen weg.

Die zwei oberen Bilder waren so nicht im Film zu sehen, sie wurden extra für die Presse nachgestellt. Die Szene spielt eigentlich zwischen den Bunkern am Strand von Vigsø, wo sich die beiden jungen Damen entkleiden und dabei vom Militärposten entdeckt werden. Daraufhin fährt der Leutnant (Peter Steen) mit einem Jeep vor und stellt die beiden Mädchen (Tina Reynold und Bente Andersen) zur Rede. Übrigens hatte man in der örtlichen Presse dazu aufgerufen, dass für den Filmdreh zwei Mädchen zwischen 18-22 Jahren, gerne aus Thy, gesucht werden (siehe Thisted Dagblad vom 3.6.1971). Doch es fand sich niemand, der dazu bereit war sich oben ohne vor der Kamera zu zeigen und so musste man zwei Statisten aus Kopenhagen einfliegen lassen.

Auch über Kostümgestalterin Lotte Dandanell wurde damals in der Presse berichtet. Dazu gibt es eine amüsante Geschichte: zu Beginn der Dreharbeiten in Jütland meinte Ove Sprogøe: "Das ist nicht mein Hut, der sitzt zu hoch".

Also musste Lotte mit dem Flugzeug zurück nach Kopenhagen fliegen, um nach dem richtigen Hut zu suchen. Es zeigte sich aber, dass Ove bereits die richtige Melone hatte. Es konnte jedoch nicht geklärt werden, ob nun der Hut eingegangen ist oder ob Oves Kopf größer geworden war, schließlich lag der vorherige Olsenbandenfilm zwei Jahre zurück.

- Auf Bunkertour in Vigsø / Baugleicher Egon-Bunker in Thyborøn -

Bei diesem Anblick der Olsenbanden-Bunker kommt fast Südseefeeling auf. Der Trick ist aber ganz einfach, wir haben uns einen Polfilter zu Hilfe genommen, wodurch die Spieglungen auf dem Wasser entfernt und der Himmel viel blauer wirkt. Die Bunker in Vigsø lösen immer wieder eine ganz besondere Faszination aus. Fast so wie Benny und Kjeld freut man sich und turnt auf den Betonklötzen herum. Und dann erblickt man ihn, den Olsenbanden-Bunker mit der Nr. 246/312-3, in dem die Olsenbande eingestiegen ist. Dabei vergisst man völlig, wofür die Dinger überhaupt gebaut worden. Für uns Olsenbandenfans haben sie nur als Filmdrehort diesen hohen Stellenwert. Aber nicht nur Olsenbandenfans, sondern auch Geocacher sind hier auf der Suche nach dem großen Schatz. Wer den Cache in einem der Bunker findet den erwartet eine kleine Botschaft: "Ingen skat her, Egon har taget den" (Kein Schatz hier, Egon hat ihn geholt).

Ihr werdet euch sicherlich auch schon die Frage gestellt haben, warum die Bunker mitten auf dem Strand stehen ohne jeglichen Sichtschutz. Die Antwort ist ganz einfach: sie wurden ursprünglich in den Dünen versteckt gebaut, aber Vigsø liegt in einer Meeresbucht und das Meer frisst sich immer weiter landeinwärts. Schon 1971, im 3. Film, lagen einige Bunker frei. Heute hat sich die Dünengrenze nochmal um ein paar hundert Meter verschoben. Übrigens bleiben die schweren Betonkolosse fast exakt an der gleichen Stelle stehen, auch wenn sie heute schon teilweise tief im Wasser befinden. Beim dänischen Kartendienst Krak gibt es eine interessante Vergleichsmöglichkeit mit Luftbildern von 1954 und heute und das für ganz Dänemark (vielen Dank an Martin für den Tipp).

Wie den meisten von euch bekannt sein dürfte, wurden so gut wie alle Innenaufnahmen der Bunker in Studiokulissen bei Nordisk Film in Valby aufgenommen. Es gab aber auch einige wenige Aufnahmen im echten Bunker. Als die Olsenbande das erste Mal den Bunker betritt ist das Bild sehr dunkel und grieselig - man sieht den echten Bunker. Beim Raum mit dem Wasserbecken ist das Bild viel heller und klarer - das ist die Studiokulisse.

Leider kann man das nicht selbst überprüfen, da der Bunker heute in der Nordsee steht und der Eingang unter Wasser liegt. Es wurden aber nicht nur in Vigsø, sondern auch an vielen weiteren Stellen Bunker gebaut und da findet sich auch der gleiche Bautyp. Ein solcher Bunker, der weder im Wasser liegt noch im Sand vergraben ist, befindet sich in Thyborøn (vielen Dank für den Tipp an Sven). Am besten man parkt sich direkt neben das Sneglehuset (Schneckenhaus, Klitvej 9, 7680 Thyborøn), denn direkt dahinter liegt der Bunker. Statt wie die Olsenbande Spitzhacke und Schaufel sollte man lieber Taschenlampen mitnehmen, denn es ist darin Stockfinster.





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