StartNewsRückblick: Einweihung der Olsenbanden-Statue

2025-07-13

Rückblick: Einweihung der Olsenbanden-Statue

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Die Olsenbande hat ein würdiges Denkmal bekommen und wir Fans einen neuen Pilgerort. Am 1. Juni 2025 wurden die lebensgroßen Bronzestatuen von Egon, Benny und Kjeld auf dem Platz "Tingsted" im Kopenhagener Vorort Valby eingeweiht. Der Standort ist nicht zufällig gewählt, denn die drei laufen nach Hause in Richtung Mosedalvej, wo sich Nordisk Film sowie Kjeld und Yvonnes ehemalige Wohnung befinden.

Ein Polizeichor eröffnete das Rahmenprogramm und sorgte für stilechte Unterhaltung mit den Liedern, die die Polizisten auf dem Sportplatz und in der Turnhalle des 6. Films singen. Zahlreiche Fans waren angereist und füllten den kleinen Platz, darunter auch einige aus Deutschland.

Die Familien der drei Hauptdarsteller Ove Sprogøe (1919-2004), Morten Grunwald (1934-2018) und Poul Bundgaard (1922-1998) waren zahlreich vertreten. Zu ihnen gehörten nicht nur Kinder und Enkel, sondern auch Urenkel. Aus der Sprogøe-Familie waren u.a. die drei Ove-Söhne Jørgen, Sven und Henning dabei. Im Gegensatz zu seinen Brüdern ist Henning Sprogøe auch Schauspieler geworden, genau wie sein eigener Sohn und damit einer der Enkel von Ove: Mathias Sprogøe Fletting.

Außerdem dabei war die Schauspielerin Lene Brøndum (Fie), sowie die Nebendarsteller Finn Storgaard, Søren Steen und Bjarne Adrian. Vom Filmstab anwesend waren Lotte Dandanell (Kostüme) und Annette Skjoldager (Skript, Film 2 und 3).

Die Familien der Hauptdarsteller waren von Anfang an in das Projekt involviert, um sicherzustellen, dass die Statuen den Originalen so nah wie möglich kommen. Letztlich gaben sie den Kunstwerken ihre Zustimmung.

Die Enthüllung war ein bewegender Moment und wurde von den Familienmitgliedern selbst vollzogen: "Egon"-Darsteller Ove Sprogøe wurde durch seinen Sohn Henning (71 Jahre) enthüllt, "Benny"-Darsteller Morten Grunwald durch seine Tochter Tanja (57 Jahre) und "Kjeld"-Darsteller Poul Bundgaard durch seine Witwe Kirsten (89 Jahre).

Das Denkmal wurde vom dänischen Bildhauer Thor Larsen in seinem Atelier in Florenz gefertigt und das war kein einfacher Prozess wie er sagte: "Ich denke das schwerste war es, den richtigen Gesichtsausdruck zu treffen. Den findet man nicht unbedingt auf einem Foto, sondern auf einer Mischung aus vielen zusammengesetzten Bildern."

Henning Sprogøe erzählte von einem Besuch bei ihm in Italien: "Es war merkwürdig neben meinem Vater zu stehen und jede Falte zu erkennen. Ich war froh, dass Thor in den folgenden fünf Minuten nicht zurückkam, denn ich war sehr ergriffen."

Kirsten Bundgaard war bei der Enthüllung den Tränen nahe: "Es hat mich sehr ergriffen, ihn erneut im Arm halten zu dürfen. Es ist dem Künstler wirklich gelungen ihn genau zu treffen. Poul wäre so stolz gewesen. Ich vermisse Poul jeden Tag".

Unser Dank geht an Henrik Hansen, dem Initiator und Vorsitzenden des Vereins "Olsen Banden Statuen". Seit 2019 hat er unermüdlich Spenden für das Projekt gesammelt, u.a. durch den Verkauf von Weihnachtskalendern und Ministatuen. Die drei Stiftungen Weimann Legatet, FLSmidths Geschenkfonds und Max Fodgaard Fonden haben sich ebenfalls am Projekt beteiligt.

Im letzten Jahr fehlten bis zu den benötigten knapp 2 Millionen dänischen Kronen (ca. 268.000 Euro) noch eine halbe Million. Durch eine Großspende wurde diese Lücke von einem geheimnisvollen Hintermann geschlossen, der bis zur Einweihung anonym bleiben wollte. Und nun wissen wir, wer der große Hintermann ist: es ist Nordisk Film selbst gewesen. Eine sehr schöne Geste. Das beweißt wie wichtig ihnen das Thema weiterhin ist.

An dieser Stelle tausend Dank an alle, die dazu beigetragen haben, dass das Denkmal der Olsenbande Realität werden konnte.

Fotos: Paul Wenzel

Einige fragten, warum Yvonne fehlt? Sie ist natürlich nicht vergessen. Henrik Hansen meint dazu: Sobald jemand eine weitere Million spendet, würde er auch das noch Realität werden lassen und auch Künstler Thor Larsen wäre dabei.

So findet ihr die Olsenbanden-Statue:

Am schnellsten geht es mit der S-Bahn oder Regionalbahn zur Haltestelle "Valby St." (3-7 Minuten vom Hauptbahnhof aus). Von da aus sind es noch knapp 300 Meter bis zum Denkmal.

Die Vorbereitungen:

Wir waren bereits einen Tag vor der Einweihung in Valby unterwegs und konnten unseren Augen kaum trauen. Die drei Statuen wurden angeliefert und montiert. Der Künstler Thor Larsen gab Anweisungen, damit alle Einzelteile richtig zusammen gesetzt werden. Es gab bereits eine Probeaufstellung beim Steinmetz, aber trotzdem war es nicht ganz unproblematisch. Es war Millimeterarbeit und spannend bis zum letzten Augenblick.

Die Bronzefiguren sind zwar hohl, aber trotzdem wiegen sie jeweils über 200 kg. Sie wurden mit Hilfe von langen Eisenstangen im Boden mit Schnellbeton verankert und der härtet wirklich sehr schnell.

Fotos: Paul Wenzel

Die Vorgeschichte:

Bereits um das Jahr 2005 herum gab es erste Bemühungen, ein Olsenbanden-Denkmal auf dem Tingsted in Valby zu errichten. Damals war die Idee, klassische Scherenschnitt-Figuren zu schaffen, doch die Finanzierung scheiterte. Als 2013 eine ganz andere Statue auf diesem Platz eingeweiht wurde, genauer gesagt "Kone med hundene" (Frau mit den Hunden), kam das Thema durch einen Leserbrief im Valby Bladet wieder ins Gespräch.

Fotos: Paul Wenzel

Diesen Artikel haben wir gesehen und daraufhin im Januar 2013 unsere Unterstützung für ein Denkmal zugesagt. Unser Wunsch war aber ein richtiges lebensgetreues dreidimensionales Kunstwerk und als Termin hatten wir das 50. Jubiläum 2018 vorgeschlagen. Im Oktober 2013 waren wir in Valby und haben uns an dem Projekt "I Valby drømmer jeg om..." (In Valby träume ich von...) beteiligt und unseren Wunsch nach einer Olsenbanden-Statue eingereicht. Aus den Vorschlägen entstand später das Kunstwerk "Drømmegavlen" (Die Traumtafel) an einer Hauswand in Valby und zumindest hat es die Olsenbande darauf geschafft. Aber für eine Olsenbanden-Statue gab es damals leider weiterhin keine große Unterstützung und es wurde nicht weiter verfolgt.

Fotos: Henrik Hansen

2018 hat uns dann Henrik Hansen kontaktiert und über sein Vorhaben informiert. Da er bereits Erfahrung mit der Errichtung einer Statue mit den Komiker Dirch Passer hatte, standen die Chancen nun ganz gut und wir haben ihn unterstützt so weit es uns möglich war. Im Dezember 2018 haben wir uns mit Henrik Hansen in Valby getroffen und haben den Standort für die Statue ausgesucht.

Siehe auch:



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